Sonntag, 26. August 2018

Shoppingtour!

Auf dem Campus tummelten sich erstaunlich
viele Vögel, die auch wenig Scheu vor Menschen
hatten.
Ich habe die letzte Woche hauptsächlich damit verbracht, mich auf die Reise vorzubereiten und an meinem finalen Report zu arbeiten. Am Wochenende war aber etwas mehr los.

Freitags war wieder mal unsere Gruppensitzung, die länger als üblich ging, da es einiges zu besprechen gab. Im Büro war aber nix los, nur eine Handvoll Mitarbeiter waren da. Der nigerianische Doktorand hat aber ein wenig mit mir geredet, da er wissen wollte, wie lange Deutschland existiert. Nach ungefähr einer Stunde hatten wir dann die Wiedervereinigung, die Gründung der Bundesrepublik, das Naziregime, die Weimarer Republik, das deutsche Kaiserreich und das Heilige römische Reich deutscher Nation durch. Insbesondere die Wiedervereinigung interessierte ihn, da er über das getrennte Deutschland kaum etwas wusste. Nach dem Ganzen wollte er dann noch wissen, was es mit der Debatte um Mesut Özil auf sich hat, da haben wir dann auch kurz drüber geredet.

Ein Regenbogen über dem Wohnheim, der
nach einem schweren Sturm zu sehen war. Ich
habe auch mal ein wenig mit Kontrast und so
gespielt ;-).

Gestern bin ich in die Innenstadt gefahren, da ich für die zwei Wochen Urlaub noch ein paar T-Shirts sowie Schuhe und Shorts brauchte. Ein paar Geschäfte habe ich auch schnell gefunden, doch die kleinere Statur der Japaner machte die Suche doch schwer. Insbesondere im Kreuz haben einige T-Shirts gespannt, aber letztendlich fand ich zwei Stück, die mir gefallen und passen.

Noch ein Stück schwieriger waren da die Schuhe, da meine Größe "amerikanisch 12" hier nicht erhältlich ist. Die Verkäuferin ist erstmal umgefallen, als ich sie danach gefragt hatte. Letztendlich konnte ich ein Paar in 11.5 finden, die etwas breiter sind und mir so passen. Shorts waren hingegen kein Problem, da habe ich schnell ein paar gefunden, die mir passen und gut aussehen.

Die Portion Ramen nach der Shoppingtour, mit
einer ordentlichen Portion Knoblauch :-D.
In der Wohneinheit sind jetzt schon einige ausgezogen, es ist deutlich ruhiger hier geworden. Aber Ende nächsten Monats kommen die neuen Austauschstudenten an, da wird es wieder voll.

Im Moment bereite ich mich auf die Reise am Dienstag Morgen vor. Ich werde versuch auch aus Tokio und Kyoto ein wenig hier zu schreiben, aber die großen Einträge schreibe ich erst, wenn ich wieder zurück bin und dazu die Ruhe habe :-P.

Und nochmal der Regenbogen in Reinform von dem Platz vor meiner Wohnung aus.

Sonntag, 19. August 2018

Obon mit "erzwungener" Freizeit

Die letzte Woche war wie erwartet recht ereignislos. Da bis einschließlich Mittwoch die Uni geschlossen war, habe ich dort nicht arbeiten können und auch sonst war in der Gegend nicht besonders viel los. Ich habe mich in der Zeit hauptsächlich ausgeruht und auf die bevorstehende Reise vorbereitet.
Der Shonen-Jump-Laden, ein äußerst populäres
Magazin für Manga in Japan. Bekannte Serien
die aus dem Haus stammen sind One Piece und
Naruto, sowie viele andere.

Donnerstags habe ich dann die Messdaten vom letzten Freitag ausgewertet und einen kleinen Bericht zusammengeschrieben. Der wurde am Freitag besprochen und das vorläufige Ergebnis ist, dass wir die Messung von letztem Monat wohl wiederholen müssen. Das ist das harte Los des Experimentalphysikers :-P.

Freitag Abend bin ich noch mit einem deutschen Kommilitonen und dessen Freundin in der Stadt unterwegs gewesen, was ganz lustig war. Das Wohnheim und die Uni wirken schon ein gutes Stück leerer, das hat mich überrascht.

Diese Woche werde ich wohl hauptsächlich an meinen Report für das Ende des Programmes arbeiten, da ich keine sonstige Aufgaben in der Zeit habe. Die meisten Mitarbeiter sind nämlich im Urlaub :-D.

Montag, 13. August 2018

Die Vorträge, Tanabata und ein Besuch aus Deutschland

Das Pokemoncenter in Sendai, in dem man alle
möglichen Fanartikel bekommt.
Letzte Woche ist eine ganze Menge passiert. Angefangen hat es mit den Vorträgen der Rückkehrer in ihre Heimatländer. Die meisten Vorträge waren ganz interessant, manche aber sehr schwer zu verstehen, da sie eher für ein Fachpublikum konstruiert waren.

Was mir während der Vorträge bewusst wurde, ist das ~90% der Teilnehmer aus den Ingenieurwissenschaften stammen und so sehr wenige naturwissenschaftliche Themen behandelt wurden! Es war natürlich trotzdem interessant, ich weiß jetzt etwas mehr über aufkommende Marsroverprojekte, sowie kleine Sensorik, mit der im Alltag Gelenkbeanspruchung gemessen werden kann.
Die große Dekoration in der Einkaufsstraße, sie
hing so tief, dass man dazwischen durch laufen
musste :-D.

Das Programm zog sich über zwei Tage, an dessen Ende die Posterpräsentation der einjährigen Teilnehmer (also unter anderem ich) dranwaren. Das war ja mein erstes wissenschaftliches Poster, zum Glück hat mir mein Professor hilfreiche Korrekturen gegeben. Letztendlich haben sich aber nur Wenige unsere "Kunstwerke" angesehen, die Meisten sind nach den Vorträgen verschwunden.

Interessant waren auch die Poster der japanischen Studenten, die aus dem Ausland zurückkehrten. Sie hatten alle ein paar Bilder ihrer Freizeitaktivitäten eingefügt und die zwei Businessposter waren sehr anders als der Rest. Sie bestanden letztendlich aus einem Vorschlag für ein Geschäftsmodell ohne viel wissenschaftliche Begründung oder Daten.
Eine weitere Festparade, die durch die
Geschäfte gezogen ist, um ihnen viel
Kundschaft zu bescheren.

Am Dienstag Abend hatten wir Deutsche dann noch eine kleine Abschiedsparty im Wohnheim. Viele sind jetzt schon auf Reisen durch das restliche Land, bevor sie nach Deutschland zurückkehren. Ich übernehme auch für ein Paar den Weiterverkauf der Fahrräder an die kommenden Austauschstudenten, das bringt allen mehr, als es an die Händler abzutreten.

Parallel dazu ist am Montag ein Freund von mir aus Deutschland in Sendai angekommen, sodass die Nächte diesmal etwas länger wurden ;-). Wir sind erstmal durch die Innenstadt gelaufen und er hat mir ein paar Manga-/Animefanshops gezeigt, die er aus seiner Zeit hier vor 6 Jahren noch kannte.
"Taiko", also japanisch für "Trommel", in der
Arcade, ein recht simples Rhythmusspiel. Das
bedeutet aber nicht, dass es einfach wäre!

Am Mittwoch waren wir dann den ganzen Tag unterwegs und sind abends in eine Karaokebar gegangen. Obwohl wir beide nicht singen können, hat es sehr viel Spaß gemacht! Als Herausforderung habe ich den Text in japanisch (Hiragana) gelassen und gemerkt, dass das ein sehr gutes Training zum schnellen Lesen ist ;-). An Liedern gab es eine ganze Menge, nicht nur japanische Stücke, sondern auch welche aus Amerika und Europa. Zusätzlich gab es außerdem kostenloses Softeis und Softdrinks.
Der Weg zu Zuihoden, dem Mausoleum Date
Masamunes, das anlässlich des Fests
zusätzlich beleuchtet war.


Parallel zu alldem war in Sendai außerdem das Tanabatafest, zu dem letzte Woche das Eröffnungsfeuerwerk stattfand. Dafür wurde die ganze Stadt geschmückt und es waren (wieder einmal :-P) überall Essensstände. Es war sehr schön und überall waren auch kleinere Veranstaltungen.

Unter anderem gab es beim Mausoleum Date Masamunes eine kleine Liveaufführung der Gruppe "Samurai Apartment" (http://www.ryukoutengoku.info/top.html), die mir gut gefallen hat. Nach der Recherche bin ich aber etwas verwirrt, ob das wirklich die gleiche Gruppe ist, auf dem nahem Truck stand nämlich noch "Taiko Lab Sendai" und man findet im Zusammenhang mit den beiden Begriffen auch das "Cafe Vitamin". Aber laut der Website des Mausoleums war das die Gruppe, deswegen verlinke ich sie hier.
Der Eingang zu dem Mausoleumsgelände,
das Tor darf man aber nicht mehr
durchschreiten.

Letzten Freitag war dann noch der nächste Versuch im Labor, der ganz gut lief. Auswerten werde ich ihn diese Woche noch, am Freitag ist eine Gruppensitzung, bei der mein Professor unsicher ist, wie viele kommen werden.

Nach der ganzen Ereignisse habe ich mich am Wochenende erst einmal ausgeruht und bereite mich langsam auf die Reise nach Tokio und Kyoto Ende dieses Monats vor. Im Moment ist auch die Uni geschlossen, da "Obon", das japanische Allerheiligen stattfindet. Das bedeutet wahrscheinlich, dass ich bis nach meinem Urlaub nicht viel zu tun haben werde.
Das Mausoleum, in dem der Shogun begraben liegt mit einigen Kerzen, die davor platziert
wurden.
Das Mausoleum seines Sohnes, das seiner Frau ist auf der linken Seite, wenn ich die beiden
nicht vertauscht habe.
Das beleuchtete Mausoleum von Date Masamune in der Nahaufnahme, man sieht gut die
farbige Bemalung und Verzierung.

Sonntag, 5. August 2018

Tanabata Hanabi - 七夕花火

Der Campus war ziemlich voll, dafür, dass nur
Studenten ihn betreten durften.
Letzte Woche habe ich ja angekündigt, vom Tag der offenen Tür zu berichten. Ich habe mir auch ein paar Stände angesehen, aber viel gab es da leider nicht. An den meisten Ständen hingen nur Poster, das interessanteste war eine Nebelkammer, in der radioaktive Strahlung gemessen werden konnte.

Ansonsten habe ich mein Poster fertiggestellt und am Freitag Morgen gedruckt. Das war recht spannend, da der Drucker riesig war, bestimmt anderthalb Meter breit. Außerdem konnte man beim Druck zusehen, da der Druckkopf freiliegt. Anschließend fand die Gruppensitzung statt, bei der mein Professor ein paar Aufgaben der Physikolympiade vorstellte.
Manche Explosionen hatten Muster, wie in
diesem Fall ein Smiley. Der kam auch öfter.

Heute am Sonntag fand das Eröffnungsfeuerwerk des großen japanischen Sommerfests, Tanabata, statt. Ich war dort mit ein paar Freunden, da wir Studenten sind, durften wir auf den abgesperrten Campus gehen und hatten dort einen guten Blick. Es war recht viel los und einige Japaner hatten klassische Kleidung an, insbesondere die Frauen.

Das Feuerwerk an sich war ganz nett, aber nichts besonders außergewöhnliches. Ein Problem war, dass nach grob einer Stunde der Rauch der nahen Abschussstelle zu uns zog und den Campus in einen gespenstischen Nebel hüllte ;-). Und das Feuerwerk wurde so schnell abgeschossen, dass so viel Rauch im Himmel war, dass man Teile der Explosion verdeckt waren.


Nächste Woche passiert ziemlich viel, da Montag und Dienstag die Präsentationen der Rückkehrer stattfinden. Zusätzlich besucht mich noch ein Freund aus Deutschland und am Donnerstag ist die Abschiedsparty der Ausziehenden im Wohnheim. Da wird es also wohl viel zu berichten geben!
Uhhhhh, gruselig ;-)

Mittwoch, 1. August 2018

Tag der offenen Tür - ein Ausblick

Eine interessante Raupe (?), die ich auf dem
Campus gefunden habe.
Dank der Arbeit am Poster und der fehlenden Vorlesungen, ist letzte Woche nicht besonders viel passiert. Ein Mitarbeiter der Arbeitsgruppe hat seinen Mastervortrag gehalten, der auch gut war. Wir hatten ja einige Verbesserungsvorschläge gehabt, die sehr geholfen haben.

Am Wochenende gab es immer wieder heftige Regenfälle, sodass ein recht spontaner Ausflug an den Strand buchstäblich ins Wasser fiel. Stattdessen habe ich mich in der Wohnung aufgehalten und gelesen.

Interessanter ist da der Tag der offenen Tür der Uni, der heute und morgen stattfindet. Ich hatte heute leider nicht die Zeit dazu, aber werde mir das morgen auf alle Fälle genauer ansehen. Die Bilder hier sind von unserem Stand, bei dem ich ein wenig ausgeholfen habe.

Erschreckend war, wie viele Schüler da waren. Die wurden zuhauf per Bus zur Uni gekarrt, das müssen 20 oder 30 Klassen gewesen sein. Die U-Bahn-Station zum Campus auf dem Berg war komplett überfüllt. Und die Schüler haben die anderen Austauschstudenten sowie mich ziemlich angeglotzt, anscheinend sind wir für die was besonderes.
Man sieht schwach den gebogenen Laserstrahl, wie er das Medium passiert. Das ist eine
Wasser-Zucker-Mischung, die einen variablen Brechungsindex hat. Dadurch kommt diese Biegung
zustande.
Dank der Polarisationsfilter kann man Spannungen in der CD-Hülle als Farben sehen. Licht
verschiedener Frequenzen erhält durch die Struktur des Plastiks verschiedene Polarisationen,
sodass manche Anteile des Lichts herausgefiltert werden -> Farben.