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Ein Ausblick von der zentralen Brücke in Yamadera auf
den Fluss und ein paar Wohngebäude. Oben ist das Dorf vom Schrein aus zu sehen. |
Am Montag habe ich Professor Yoshizawa getroffen und mit ihm ein paar grundlegende Fragen geklärt. Er ist sehr nett und hat mir auch schon gesagt, wer mein Tutor und mein Forschungspartner sind. Dieses Semester fangen 4 neue Masterstudenten bei ihm an, ich bin da der fünfte im Bunde. Ich werde mit denen zusammen eine Vorlesung/ein Seminar zu dem Forschungsgebiet hören, das Fachbuch lesen, einführende Experimente in den Laboren durchführen und lernen, die Geräte zu bedienen. Das ist mein erstes Semester, im zweiten werde ich dann an meinem Forschungsprojekt arbeiten. Da es so viele Neuankömmlinge gibt, machen wir eine große Vorstellungsrunde morgen am Freitag, wofür ich sogar eine kurze Präsentation erstellen soll! Das habe ich schon gemacht, bin mal gespannt wie es ankommt.
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Eine der Eingangspforten zum unteren Teil des Schreins, es
ist das erste Steintor, das ich gesehen habe. Wir sind
aber noch weiter gelaufen und dann hoch zum Schrein. |
Danach habe ich eine Führung durch die Büros bekommen, wo ich einige Doktoranden und andere Studenten getroffen habe. Auch mein Arbeitsplatz wurde mir schon gezeigt, ich bekomme einen PC mit einer englischen WIndows 7-Version. Träume sehen anders aus, aber wenigstens ist es nicht in Japanisch ;-). Morgen besprechen wir dann meinen Arbeitsplan, haben die Präsentationen und gehen danach in die Stadt zusammen essen. Am Montag ist auch ein Hanamifest (die Kirschblütenfeiern) der Fakultät, da habe ich ebenfalls vor teilzunehmen.
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Das Hauptgebäude des unteren Schreins mit
einer buddhistischen Statue im Heiligtum. Es
ist laut Infotafel der erste Schrein, der mit einer
bestimmten Holzsorte gebaut wurde. |
Am Dienstag war die Orientierungsveranstaltung der internationalen Studenten, bei der wir einige Tipps für das Leben in Sendai bekommen haben. Die bestanden hauptsächlich aus 'Nehmt keine Drogen', 'Verhaltet euch richtig im Straßenverkehr', 'Nehmt keine Drogen', 'Passt auf, wenn ihr Verträge abschließt' und 'Nehmt keine Drogen'. Letztes Jahr wurden ein paar internationale Studenten erwischt, wie sie Drogen gekauft haben und wurden deswegen eingesperrt, exmatrikuliert und des Landes verwiesen. Zusätzlich hat die Universität deswegen jetzt Probleme bekommen, da einige unterstützende Organisationen ihr die Mittel gestrichen haben. Entsprechend paranoid ist die Universitätsverwaltung jetzt. Die Belehrung kommt daher auch immer und immer wieder. Wenigstens waren die anderen Teile gut aufbereitet, die Polizei hat da ein kleines Theaterstück aufgeführt :-D.
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Die buddhistische Statue in der Nahaufnahme.
Unter ihr ist eine Spendenbox, wie man sie an
vielen Orten findet. |
Danach wurden wir mit Flyern aller möglicher Organisationen bombadiert, die ich noch in Ruhe durchgehen muss. Interessant ist das Wiederaufbauprogramm der Region nach dem schweren Erdbeben 2011. Sendai selber sieht man es zwar gar nicht mehr an, dass es getroffen wurde, aber ein paar Regionen sind wohl immer noch betroffen. Ich habe jetzt auch schon einmal eine kleine Erschütterung gespürt, erst dachte ich, dass ein Mitbewohner die Tür zu stark zugeschlagen hatte, aber die anderen Studenten haben es auch mitbekommen.
Mittwoch morgen bin ich dann mit den anderen deutschen Studenten nach
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Eine Statue, vermutlich eines Gelehrten oder
eines Herrschers der Gegend. |
Yamadera (山寺) mit dem Zug gefahren. Der Ortsname heißt so viel wie 'Bergtempel' und das trifft es auch außerordentlich gut. Es ist ein kleiner, sehr verschlafener Ort an einem Fluss weiter nördlich, in dessen Bergen ein alter buddhistischer Tempel ist. Diesen haben wir dann besichtigt, was zwar ein harter Anstieg war, sich aber eindeutig gelohnt hat, wie die Bilder in diesem Post bezeugen dürften. Anschließend haben wir dann Soba gegessen, das ist eine Nudelsorte aus Buchweizen. Ich habe Nikusoba (肉そば)gegessen, also eine Nudelsuppe mit Fleisch. Nur viel mehr war dort nicht, sodass wir dann am Nachmittag wieder zu Hause waren.
Am Abend hat dann der Verbund der internationalen Studenten der Universität
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Ein Blick hoch vom ersten Drittel des Aufstiegs
aus. Der Rand oben in der Mitte ist ein Teil
des Schreinkomplexes, dürfte also einen
Eindruck der Höhe vermitteln. |
einen Filmabend veranstaltet. Das Thema war 'Miyazaki', ein bekannter Regisseur des Studio Ghibli, deswegen gab es drei Filme von ihm zur Auswahl. Gewonnen hat 'Prinzessin Mononoke', den ich schon in Deutschland gesehen habe. Trotzdem hat es Spaß gemacht, ihn nochmal zu sehen und ein paar mehr der Dialoge zu verstehen :-D.
Heute fand dann endlich die große Orientierung des Programms statt, wobei lustigerweise der interessanteste Teil die Fragerunde am Ende war. Da haben sich dann einige Probleme und Fragen geklärt, sodass jetzt alles klar ist. Morgen bespreche ich mit meinem Professor die Arbeitszeiten und da will ich ihn überreden, mir Zeit für meinen Sprachkurs zu geben. Aber ich denke das müsste klappen. Auf der höchsten Stufe ist das Laborprogramm harte Kost, es wird mit 10 Stunden Arbeit am Tag veranschlagt, da wäre der Sprachkurs wohl nicht mehr drin. Deswegen muss ich dann die zweithöchste Stufe machen.
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Diese Steine sind überall an den Wänden zu
sehen, wo die Löcher herkommen weiß ich
nicht. Sie sehen aber nicht aus, als wären
sie reingehauen worden. Vielleicht kannst du
helfen, Denise ;-)? |
Danach bin ich mit ein paar Anderen auf dem Campus herumgelaufen, da die JASSO-Stipendiaten noch eine Orientierung hatten (auf dieser und auf der COLABS-Orientierung wurde uns wieder gesagt, dass wir keine Drogen nehmen sollen). Das war ganz interessant, da die Clubs hier gerade Mitglieder angeworben haben. Ein paar sind auch auf uns zugekommen und haben ihr Bestes gegeben, uns zu erklären, was sie machen. Leider habe ich den Kendo-Zirkel nicht gefunden, aber ich weiß wo ich nachfragen kann. Das mache ich dann auch, wenn ich meine Arbeitszeiten habe. Es gibt übrigens einen Unterschied zwischen Clubs und Zirkeln: Clubs sind sehr intensiv, viele treffen sich jeden Tag und es wird erwartet, dass man nur in Notfällen nicht kommt. Ob das mit meinem Zeitplan vereinbar ist, weiß ich nicht, weswegen ich zu einem Zirkel tendiere, der eher wie unsere Hochschulgruppen oder Vereine funktionieren. Zum Glück gibt es das auch beim Kendo :-D.
Dann war ich das erste Mal in der Mensa, die gutes Essen zu akzeptablen
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Eines der Gebäude des Schreins auf dem Berg,
im Anbau waren Gartengeräte gelagert. |
Preisen hat. Wie hier oft so, sind die Portionen kleiner als bei uns, dafür kann man sich sehr frei aussuchen, was man haben möchte. Jeder Campus hat dazu noch seine eigene Mensa, die verschiedene Gerichte haben. Anschließend habe ich mir gebrauchte Fahrräder angeschaut und habe das Problem, das ich fast zu groß bin. Es geht gerade so, wenn ich ein normales Fahrrad auf die höchste Sattelstufe stelle, aber die Lenker sind meistens zu niedrig. Ich schaue morgen noch bei einem anderen Laden nach, da könnte es besser sein. Ein Kommilitone hier, der noch größer ist, wird wohl hoffen müssen, dass er irgendwo ein europäisches Fahrrad findet.
Heute Abend treffe ich mich dann noch das erste Mal mit meiner DnD-Gruppe,
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Ein Blick auf das gleiche Gebäude von weiter
oben. Man sieht, dass die Bauwerke in den
Berg reingebaut wurden und wo die
Treppen langführen. |
die sich hier gebildet hat. Ich probiere mich mal an einem Hexblade Warlock, der hört sich auf Papier und in meinem Kopf ganz spannend an ;-). Morgen ist dann die große Vorstellungsrunde und die Willkommensparty der Arbeitsgruppe, am Samstag die Willkommensparty des Wohnheims und am Sonntag überlegen wir nach Matsushima zu fahren, solange wir noch nicht in Arbeit versunken sind.
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| Das Hauptgebäude des Schreins auf dem Berg und das Ende der Kletterpartie. |
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Das rote kleine Gebäude scheint sehr wichtig für den Schrein zu sein, was seine Funktion ist,
weiß ich jedoch nicht. |
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| Ein Ausblick von ganz oben, leider sind auch hier überall Oberleitungen. |
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Ein religiöses Objekt irgendeiner Art und alte Gräber im Hintergrund. Leider ist die meiste Information nur auf japanisch, sodass ich nicht viel zu den Funktionen sagen kann. |
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Der Ausblick auf das Tal und die nächsten hohen Berge. Da es weiter im Norden ist, liegt an manchen Stellen sogar noch Schnee. |
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Die Gräber des Schreins in der Nahaufnahme. Die modernen japanischen Gräber sehen jedoch etwas anders aus. Man findet hier aber immer wieder 100 Yen-Münzen an den Stätten liegen. |
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| Und nochmal der Ausblick, diesmal mit Stromleitungen von oben nach unten ;-). |