Sonntag, 27. Mai 2018

Burg Sendai

Ein Monument am Anfang des Aufstiegs zur
Burg, es stehen mehrere in der Gegend.
Ich war wieder mal auf Sightseeingtour und habe einige Bilder gemacht. Diesmal ging es zur Burg Sendai, auf der Date Masamune residierte. Das war am Sonntag, während der Woche ist wenig Neues passiert. Das "Spannendste" war meine Schicht, das gemeinsame Büro meiner Arbeitsgruppe zu putzen, was aber nicht sehr lange gedauert hat.

Ich habe aber herausgefunden, was der Ausruf auf dem Fest letze Woche bedeutet hat: genau gar nichts ;-). Ich fragte einen meiner Kommilitonen und er meinte, dass das keine Bedeutung hätte. Das war dann ein schöner Weg, um über den deutschen Karneval zu reden, was er sehr faszinierend fand.
Der Teich, auf dem die Japaner von einem
Deutschen Eiskunstlaufen gelernt haben. Der
Mann hieß anscheinend "Herr Würfel".
Nach einer längeren Nacht, da ich der letzten Sitzung meines Fachschaftsrates in Saarbrücken per Skype beigewohnt hatte, war ich erstaunt, dass ich sehr motiviert war, doch zur Burg Sendai zu fahren. Diese liegt mehr oder weniger neben der Uni auf nicht ganz so viel Höhenmeter, sodass ich bis zu dem Pfad hoch mit dem Rad gefahren bin.
Beim International Center konnte ich dann parken und habe mich auf den Weg gemacht. Am Fuße des Berges liegt auch noch das Stadtmuseum von Sendai und eine Parkanlage, in der die erste Sakebrauerei Sendais gestanden hat. Davon ist aber leider nichts mehr übrig, viele alte Gebäude sind spätestens bei den Bombardements im zweiten Weltkrieg zerstört worden.
Das Stadtmuseum mit der Statue eines
chinesischen Künstlers davor.
Zum Glück war es nicht ganz so heiß an diesem Tag, sodass der Weg hoch recht angenehm war. Anscheinend habe ich mich an die Steigungen hier ein wenig gewöhnt :-D. Auf dem Weg lag außerdem noch die Rekonstruktion eines Teehauses, in dem ich wirklich Probleme hätte, aufrecht zu gehen. Es ist aber sowieso nicht betretbar, Bilder konnte ich zum Glück trotzdem machen.
Nach einer Biegung erreicht man schließlich die äußere Mauer der Burg, die sehr beeindruckend ist. Die ganze Anlage ist auf einem Berg gebaut worden mit einem äußerst guten Blick ins Tal der Stadt sowie auf das recht weit entfernte Meer.
Das rekonstruierte Teehaus, man kann erahnen,
wie tief die Decke darin ist. Leider gab es aber
keinen Tee :-P.
Soweit ich das gesehen habe, wurde bei der Konstruktion kein Mörtel oder Ähnliches verwendet, sondern die Steine recht grob behauen und versetzt aufeinandergeschichtet. Stabil ist es trotzdem, bei dem großen Erdbeben 2011 haben sich nur ein paar Teile leicht verschoben. Ich vermute, dass die versetzte Bauweise und das große Gewicht der Steine ausreichen um die Struktur zu gewährleisten. Der Weg zum Haupteingang führt übrigens direkt an der Mauer entlang, als Angreifer würde ich das nicht probieren wollen.
Die Mauer des Hauptteils ist wirklich so "schief"
gebaut. Es sieht auch so aus, als würde sie
einen Teil in das Erdreich hineinreichen.
 Ein Teil der Anlage ist auch ein Schrein, sodass der Eingang inzwischen aus dem üblichen Tor besteht. Auf dem Weg zum Hauptgelände liegt eine kleine Informationsstelle mit Bildausschnitten vom Stadtmuseum und einem Modell, wie die Burg früher wohl aussah. Dadrin war es aber sehr eng, sodass ich kein gutes Bild schießen konnte.
Abgesehen von der Mauer und den Fundamenten ist von den alten Gebäuden aber kaum etwas übrig. Die Hauptattraktionen sind der wirklich beeindruckende Ausblick auf Sendai, sowie die Statue von Date Masamune.
Die Statue von Date Masamune mit seinem
charakteristischen Helm, der auf allem in
Sendai zu finden ist.
Während meiner Erkundungstour des Geländes bin ich dann auch zum Schrein gekommen. Dort war eine ziemlich große Menschenmenge, mit einer Prozession aus dem Schrein heraus. Erst war ich verwirrt, was hier los ist, bis ich einen Mann und eine Frau in Gewändern gesehen habe. Neben mir stand ein älteres Ehepaar, das ich dann fragte, ob dies eine japanische Hochzeit sei, was sie freudig bejahten. Soweit ich weiß sind traditionelle Hochzeiten in Japan recht selten, da sie teuer sind. Christliche Hochzeiten sind deutlich günstiger, sodass die meisten Japaner, wenn überhaupt, christlich getraut werden. Insofern hatte ich wohl Glück, das sehen zu können.
Die Hochzeitsprozession mit der Braut in dem
kompliziert aussehenden weißen Gewand
und ihrem Gemahl daneben.
Als die Prozedur fertig war, habe ich gemerkt, dass ich am Ende des Geländes angekommen war und hier nur noch Souvenirshops, sowie Essenstände zu finden waren. Dort habe ich dann noch ein wenig gestöbert und das ein oder andere gefunden. Anschließend ging es nach Hause, wo ich es sogar geschafft habe, mich ein wenig mit dem Koreaner zu unterhalten, der nur japanisch spricht.

Heute ist das Kendo leider ausgefallen, da ein Turnier stattfand, bei dem einige Mitglieder teilgenommen haben. Leider habe ich das erst gestern erfahren und am Morgen schon andere Pläne gehabt, sodass ich nicht hingehen konnte. Nächste Woche ist mein Vortrag über meine Arbeit in Saarbrücken, ich bin mal gespannt, wie der laufen wird.
Der Schrein auf dem Gelände, in dem auch die Hochzeit stattfand. Meiner Meinung nach einer
der schöneren, die ich bisher gesehen habe.

Der Ausblick auf Sendai von der Burgmauer aus. Links ganz klein in der Ferne kann man die
weiße Kanonstatue sehen.
Der Blick auf die andere Seite von Sendai, in der ich mich noch gar nicht aufgehalten habe.
Am Horizont sieht man auch den Pazifik, es ist also noch ein ganz schönes Stück bis zum Strand.
Ein Blick entlang der Mauer auf ein paar Hochhäuser in Sendai. Hier sieht man ganz gut die
Konstruktion des Walls, manche Steine sind stärker bearbeitet als andere.


Montag, 21. Mai 2018

あおばまつり Aobamatsuri


Letzte Woche ist eigentlich nur montags und am Wochenende etwas besonderes geschehen, unter der Woche hatte ich wie üblich an der Universität was zu tun.

Montags konnte ich es nicht mehr vor mir aufschieben und bin endlich zum Frisör gegangen. Ich hatte schon in der vorherigen Woche verschiedene Möglichkeiten ausgekundschaftet und mir das entsprechende Vokabular zurechtgelegt. So gewappnet betrat ich den Salon und fragte, ob ich mir die Haare schneiden lassen könnte. Nach einer kurzen Wartezeit, bei der ich einen der Manga dort lesen konnte, wurde ich zu meinem Frisör gebracht.
Der Wagen aus dem Video, es gab noch ein
paar andere, die ich leider nur aus der Ferne
gesehen habe.

Der war sehr freundlich und ich muss schon sagen: Der Service hier ist was besonderes. Ich war bei einem Studentenfrisör, habe um die 12€ bezahlt und dafür eine Kopfwäsche/-massage, haargenaue Rasur der Koteletten und Haaransätze, sowie eine abschließende Abbürstung bekommen. Ich habe auch ein wenig mit dem Frisör auf japanisch gesprochen, einerseits wegen meines Haarschnitts, andererseits weil er wissen wollte, wo ich herkomme und was ich in Sendai tue.

Am Wochenende fand in Sendai dann ein Sommerfest, das あおばまつり (Aobamatsuri) statt. Hauptattraktion war dabei eine Parade, die durch die Hauptstraße der Stadt gezogen ist und aus einigen Wagen und vielen Tänzern bestand. Jede Gruppe hatte dabei die gleiche Grundmusik, sowie die gleichen Grundschritte, aber jeder hat seine eigenen Zusätze oder Abwandlungen davon dargeboten. Leider kenne ich den Kontext des ganzen nicht und ich habe bisher auch nichts dazu im Internet gefunden. Ich frage demnächst mal einen Mitbewohner, vielleicht finde ich so mehr heraus. Wobei einer meinte, dass er seit vier Jahren hier lebt und noch nie dort war ;-).

Montag, 14. Mai 2018

Medizinischer Check, Mt. Izumigatake und das Abtestat

Der einfache Teil des Wanderpfads am Anfang,
aber auch hier ist die Steigung schon ganz nett.

Letzte Woche waren alle interessanten Begebenheiten in den letzten Tagen kondesiert, weswegen ich erst jetzt zu einem Eintrag komme. Aber jetzt gibt es wieder einiges zu erzählen.
Während der Golden Week ist nicht allzu viel geschehen, neben meinem Kendotraining. Dafür wäre es gut, wenn ich mir demnächst die entsprechende Kleidung, einen Dougi, besorge. Rüstung ist nicht notwendig, da ich nur ein Jahr dabei bin und bis dafür lohnt sich das nicht.

Am letzten Montag sind dann gleich zwei Sachen geschehen: Als Erstes ging es zur jährlichen medizinischen Untersuchung der Uni und nachmittags den zweiten Versuch der Arbeitsgruppe.
Hier verzweigten sich die Pfade, wie sind auf dem
"einfachen" geblieben. Man sieht aber, dass der
Weg recht felsig und steil wird.
Die medizinische Untersuchung war extrem effizient gestaltet, ich wurde durch mehrere Stationen wie beim Flughafen geschoben. Es wurden Blutdruck, Höhe, Gewicht gemessen und eine Röntgenaufnahme des Brustbereichs gemacht. Über letzteres ließ sich auch nicht verhandeln, ich wurde höflich weitergebeten. Das Röntgengerät war dann für mich zu niedrig, sodass ich mich sehr breitbeinig hinstellen musste, damit der richtige Bereich abgelichtet wird. Soweit sieht bei mir alles gut aus, nur dank der Ankunft per Fahrrad und dem Stress hatte ich einen etwas erhöhten Blutdruck. Dafür soll ich dann Ende Mai nochmal kommen, da wird das entsprechend überprüft.

Das Experiment war etwas unnötig. Da ich an dem Tag eine Vorlesung habe, haben die anderen Studenten schon ohne mich angefangen, das war auch vom Professor so gewollt. Nach der Vorlesung bin ich dann auch direkt zum Labor gegangen, da waren sie aber schon fertig. Also hab ich nur schnell den Aufbau gezeigt bekommen und das wars. Das alles hat die Auswertung verkompliziert, da ich ja nicht wusste, welche Schritte wie durchgeführt wurden und meine Kommilitonen haben auch kein Laborbuch geführt. Auch nicht auf japanisch.

Einer der Zuflüsse des Baches, der den Berg
herunterfließt, das Wasser war recht kühl. An
einer anderen Stelle hat man sogar Frösche
gehört und gesehen, doch die mit der Kamera
zu erwischen, war sehr schwierig.





Die restliche Woche habe ich damit verbracht, die beiden Experimente auszuwerten und meine Ergebnisse zusammenzufassen. Da hatte ich endlich mal was zu tun und es hat auch Spaß gemacht :-D. Ich habe viel mit den anderen Studenten gesprochen und ihnen oft erklärt, was sie machen müssen, da sie große Probleme mit der Aufgabenstellung hatten.

Das Abtestat lief gut, mir wurde aber nur eine einzige Frage gestellt, die ich anscheinend zufriedenstellend beantwortet habe. Es ging da halt um Laser und wie diese zustande kommen, was ich schon in Saarbrücken ausgiebig in Vorlesung, Bachelorarbeit und Praktikum bearbeitet habe. Für die Studenten war das anscheinend größtenteils neuer Stoff. Mein Sprachkurs am Dienstag ist übrigens äußerst spontan aufgrund eines Meetings der Lehrerin ausgefallen.

Der Name des Pfades in Stein
graviert. Ich habe einen Japaner
gefragt, was genau da steht und es
bedeutet "Wassergott".
Am Wochenende bin ich mit einem deutschen Studenten zum Berg Izugatake gefahren und wir haben den Gipfel erklommen. Der Rest war mit dem japanischen Kulturkurs beschäftigt, sodass nur wir Zeit hatten. Die Region um den Berg ist auch ein Skigebiet, was ich mir nach dem Wanderausflug sehr gut vorstellen kann!

Es ging nämlich von der Basis auf 510m zum Gipfel von 1160m ziemlich steil hoch. Wir sind dabei den einfachsten Weg gegangen, der angeblich auch kindergerecht ist. Dazu möchte ich nur sagen: das sind dann wohl Kinder von Bergsteigerfamilien. Es ist aber eine sehr schöne Gegend und den Gipfel erklommen zu haben, war ein tolles Gefühl!

Auf dem Weg sind uns immer wieder Japaner entgegengekommen, die Klingeln an ihren Rucksäcken hatten. Mein Kumpane hat am darauffolgenden Tag herausgefunden, dass dies zur Abschreckung von Bären dienen soll. Wir haben auf dem Weg auch ab und zu Stahlboxen gesehen, auf denen "Kuma", also "Bär" auf japanisch, steht, die man zum Vertreiben schlagen soll. Zum Glück sind wir keinem begegnet.
So steinig und steil war das Ende des Auf- und
der Anfang des Abstiegs. Zum Glück hatte ich
festes Schuhwerk an!

Zum Abstieg sind wir dann einen anderen Weg gegangen, der am Ende weniger einem Pfad und mehr einem Steinbruch glich. Spannend, aber nervenaufreibend und einmal bin ich auch ausgerutscht und habe mich auf meinen Hosenboden gesetzt. Neben einer dreckigen Hose ist aber nichts passiert ;-).

Den Muskelkater der Tour merke ich immer noch, war es aber auf alle Fälle wert! Diese Woche sollen die Studenten in der Arbeitsgruppe entscheiden, was sie machen möchten, hoffentlich geht es dann auch bei mir mal weiter. Ansonsten steht nicht viel auf dem Plan neben den üblichen Vorlesungen, mein Vortrag ist komplett fertig und aufgehübscht, da kann ich wirklich nichts mehr dran machen.
Der Ausblick (fast) vom Gipfel, der Gipfel selbst war zu sehr überwachsen für ein gutes Bild.
Man sieht aber, wie hoch das alles ist, die umgebenden Berge sind auch nicht gerade niedrig.

Mittwoch, 2. Mai 2018

Das Experiment! und ein Ausflug nach Matsushima

Ein weiteres Tor zu einem Schrein, diesmal in
Matsushima, einer Hafenstadt in der Nähe
von Sendai.
Die letzten Tage war viel los, deswegen komme ich erst jetzt dazu, was Neues zu schreiben. Dafür gibt es umso mehr!
Unter der Woche ist eigentlich nur eine außergewöhnliche Sache passiert: Am Freitag hatte ich mit den anderen Studenten in der Arbeitsgruppe meinen ersten Versuch. Dabei sollten wir einen Farblaser aufbauen, also einen Laser, der als Medium ein Farbmittel verwendet. Diese wurden früher eingesetzt um verschiedene Wellenlängen durch unterschiedliche Farbmittel auswählen zu können, sind heutzutage aber nicht mehr sehr verbreitet.
Der Schrein, zu dem das Tor führte, er ist recht
klein, aber im angrenzenden Friedhof ist etwas
Spannendes passiert!

Der Professor wollte unbedingt, dass jeder von uns vier selbst den Laser aufbaut und ich war der Letzte. Deshalb konnte ich mir das Ganze vorher schon ansehen.
Ich habe aber während der ganzen Zeit den anderen Studenten geholfen, da diese so etwas noch nie gemacht haben und ich damit schon etwas Erfahrung habe. Als es dann an die Messung der Intensität des Lasers ging, habe ich den Professor gefragt, ob der zweite sichtbare Peak ein Nachpulsen des Detektors wäre. Das ist ein Messartefakt des Detektorprinzips, welches durch zu starkes Laserlicht auftritt.
Das Grab der Tochter von Date Masamune,
welches auf dem Gelände des Schreins ist.
Mein Professor wusste erstmal gar nicht wovon ich rede, bis ich ihm erklärt habe, wie das auftreten kann. Wir haben dann ein paar Tests gemacht, mit denen man leicht rausfindet, ob das wirklich ein Nachpulsen ist und es scheint so zu sein. Er meinte am Ende, dass er sich um dieses Signal bisher noch nie Gedanken gemacht hat.
Ansonsten ist der Versuch gut gelaufen und ich habe in der Wartezeit mehr mit meinen Kommilitonen gesprochen, teils auf Englisch, teils auf Japanisch.
Das Grab des Sohnes der Tochter von Date
Masamune, der der zweite Priester des
Schreins war. Die anderen Gräber sind von
anderen Priestern und alle gut erhalten.
Ich verstehe mich inzwischen sehr gut mit ihnen und habe herausgefunden, dass es in Sendai ein Oktoberfest mit Bier und Wienern gibt. Ich habe die Befürchtung, dass ich da mitgezerrt werde um die Authentizität zu beurteilen :-P.

Am Wochenende war ich wieder im Kendo und gewöhne mich so langsam an die Bewegungen dort, wobei ich immer noch gegen mein Training aktiv angehen muss. Ein anderer internationaler Student hat jetzt auch angefangen, nämlich ein brasilianischer Doktorand.
Eine klassische japanische Musikaufführung in
der Nähe des Schreins. An die Harmonien muss
man sich gewöhnen, aber ich finde das hat was
für sich.

Er hat zwar schon in seinem Heimatland Kendo praktiziert, aber trotzdem bei meinen Übungen mitgemacht. Das hilft schon, da er gut zwischen den Japanern und mir übersetzen kann, wobei diese sich sehr viel Mühe geben, mir alles verständlich zu machen. Am Ende haben wir auch ein Gruppenbild gemacht, ich muss mal fragen, ob ich das bekommen kann.

Eine Statue von der ich nicht genau weiß, was
sie repräsentiert, aber man findet diese an
allen möglichen Orten in der Gegend. Sie haben
immer rote Mützen und Halstücher an.
Aufgrund einer komplizierten Verkettung von offiziellen und inoffiziellen Feiertagen hatten die anderen deutschen Studenten und ich am Montag frei, sodass wir unsere Reise nach Matsushima unternommen haben. Zur Erinnerung: Das ist eine Hafenstadt in der Nähe von Sendai, die für ihre Bucht mit vielen kleinen Inseln berühmt ist. Morgens ging es mit dem Fahrrad zum Bahnhof in Sendai und von dort mit dem Zug weiter. Die Bilder dieses Beitrags sind alle von dort.
Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten und Auftragen von massig Sonnencréme, die hier übrigens sündhaft teuer
Eine äußerst verschmuste und
wohlgenährte Katze, die in der Nähe des
Schreins lebt.
und nur in LSF 50 zu haben ist, fanden wir schließlich einen kleinen Schrein, von dem aus wir uns orientieren konnten. Im angrenzenden Friedhof haben wir dann den Gärtner getroffen und sind mit ihm ins Gespräch gekommen.
Als ich gefragt habe, ob ich ein Bild von einer Hütte auf dem Gelände machen dürfte, meinte er, dass das das Grab von Date Masamunes Tochter sei und er das gerne aufschließen kann. Zusätzlich dazu erklärte er uns etwas über die Bautechnik des Gebäudes und zeigte uns eine Höhle abseits, in der mehrere Priester begraben lagen.
Der Höhepunkt des Ganzen kam aber, als er fragte, was wir in Japan machen.
Der Ausblick auf den Hafen von einem
erhöhten Punkt aus. Mit einer Fähre sind wir
später auch durch die Bucht gefahren.
Nachdem wir erklärten, dass wir Studenten aus Sendai sind, meinte er, dass er da früher auch gearbeitet hat. Er hat nämlich zwei Doktortitel und ein paar Bücher über militärische Auseinandersetzungen in der Geschichte veröffentlicht. Zum Beispiel hat er sich mit den Konflikten in Jugoslawien auseinandergesetzt, das Gärtnern sein nur ein Hobby von ihm. Das zeigt wieder mal, dass man vorsichtig sein sollte, wenn man Menschen nach ihrem Äußeren beurteilen will ;-).
Die Holzbrücke zum Naturschutzgebiet, das wir
später besuchten.

Anschließend sind wir in Richtung eines größeren Schreins gegangen, den wir aber aufgrund eines hohen Eintrittspreises letztendlich nicht besuchten. Auf dem Weg sind wir aber an einer Musikaufführung vorbeigekommen, die spannend war. In dem Gebiet gab es auch kleinere Stände mit Souveniren und anderen lokalen Spezialitäten, sowie extravaganten Eiscrémesorten. Für Fisch- oder Quallengeschmack muss ich allerdings erst noch mehr Mut aufbauen.
Es gibt in Matsushima viele dieser schief
gewachsenen Bäume, aber dieser hat ein sehr
schönes Motiv ergeben.

Danach gingen wir an den Hafen und machten uns auf den Weg zum Naturschutzgebiet. Dieses ist eine kleinere Insel, die nur über eine lange Holzbrücke zu erreichen ist, auf der ein größerer Bereich anscheinend fortswirtschaftlich nicht bearbeitet wird. Neben vielen Bäumen und Mücken gibt es dort auch Geocaches! Einer der Studenten ist in der Szene  etwas aktiv und hat zwei Verstecke auf der Insel gefunden.
Ein Ausläufer des Parks, an dem man die steile
Klippe und Baumpracht bewundern kann.
Einen kleinen Blumengarten gibt es dort auch und einen engen Pfad zum Strand. Alles in allem ein sehr schöner Ort, auf dem man gut rumkraxeln kann.

Danach sind wir zu einer Fähre gegangen um die Inseln in der Bucht zu sehen und in Shiogama, eine andere Hafenstadt weiter südlich, etwas zu Mittag zu essen. Die Ansagen auf dem Schiff waren netterweise in Englisch und in Japanisch, sodass wir ein wenig Kontext bekommen haben.
Ein Bild von dem Ausläufer aus, mit Matsushima
und der Brücke im Hintergrund.
Auf einer der Inseln hat Date Masamune anscheinend "Mondscheinpartys" gefeiert, was auch immer das bedeuten soll ;-). Die Fahrt war auch eine gute Möglichkeit sich von dem anstrengenden Tag etwas zu erholen.
Eine Blume mit einer beeindruckenden Farbe
aus dem Garten auf der Insel.
Nur war es nicht möglich ein bezahlbares Restaurant in Shiogama um ~16:00 zu finden. Wir wollten ursprünglich dort Sushi essen und sind prompt zu zwei Meistern gelaufen, die um die 15€ pro Rolle verlangen. Bestimmt außerordentlich gut, aber für Studenten unerschwinglich. Alles andere hatte
zu oder war nur eine Bar, in der man was trinken kann, sodass wir hungrig zurück nach Sendai gefahren sind.
Dort war es auch nicht so einfach etwas zu finden, aber letztendlich saßen wir vor etwas günstiger Nahrung. Ich hatte schwarzes Curry, das deutlich dunkler war, als normales, aber sonst nicht viel anders geschmeckt hat. Anschließend fuhren wir alle nach Hause und zumindest ich fiel erschöpft ins Bett.
Blöderweise hatte ich am nächsten Tag morgens schon meinen Sprachkurs, sodass ich nicht so lange schlafen konnte, wie ich wollte ;-). Der läuft inzwischen etwas besser, fühlt sich aber immer noch wie Krieg zwischen der Lehrerin und mir an. Zum Glück kam ein weiterer Student in den Kurs, wir sind jetzt 2 oder 3, der auch denkt, dass ihre Lehrmethoden grauenhaft sind. Ich musste bei ihr ziemlich stark nachhaken, bevor sie unter Protest eine grammatische Struktur erklärt hat, die sie vorher bei mir kritisierte.
Ansonsten läuft es aber an der Uni gut, ich hatte heute die letzte Veranstaltung dieser Woche dank der Feiertage. Ich war auch in der Bibliothek und habe ein paar Bücher ausgeliehen, in die ich mich bald mal werfen werde :-D.

Ein weiterer Stufenbaum auf der Insel und ein
anderer Teil der Stadt im Hintergrund.


Eine Stein"brücke" zu einer anderen kleinen
Insel, sie sah aber nicht so aus, als sollte man
darauf laufen :-P.