Montag, 23. Juli 2018

Aufräumen und Klausurvorbereitungen

Mein Zimmer musste mal etwas aufgeräumt
werden, es hatte sich doch ein bisschen was im
Laufe der Zeit angesammelt ;-).
In der letzten Woche ist nicht viel passiert, da es die letzte Vorlesungswoche war und in die regelmäßigen Termine der Arbeitsgruppe in den Ferien nicht stattfinden. Am Mittwoch hat ein Mitarbeiter einen Testvortrag für seine Masterarbeit gehalten, wir hatten da einige Verbesserungsvorschläge. An diesem Mittwoch ist dann Take 2.

An Prüfungen musste ich in Biophysik einen kurzen Report schreiben und hatte heute die Klausur in der Optikvorlesung. Die lief gut, erstaunlich war aber das DIN A3-Papier, auf das wir unsere Antworten schreiben sollten. Da musste ich mich erstmal organisieren :-D. Somit ist das Semester durch und ich kann mich voll auf das Poster und die gemessenen Daten konzentrieren.

Ein paar schöne Blumen, die auf
dem Campus zu finden sind.
Mein Professor ist ab heute weg, er ist anderthalb Wochen in Portugal auf der internationalen Physikolympiade als Aufgabensteller und Richter. Deswegen ist die ganze Arbeit jetzt arg disorganisiert, aber zum Glück weiß ich ja, was ich tun kann. Mein Poster soll ich ihm schicken, sobald ich fertig bin, damit er sich das ansehen kann.

Meine DnD-Gruppe hatte gestern ihr letztes Abenteuer, am Ende hat uns die Gier erwischt und wir mussten alle dran glauben. Hat aber trotzdem Spaß gemacht, ich hoffe, dass auch nächstes Semester eine Gruppe zustandekommt.

Sonntag, 15. Juli 2018

Tanabatadekoration

Die Rohmaterialien für die Dekoration, alles
ist aus Papier hergestellt.

Am Montag war das letzte Buchseminar des Semesters und die letzte Optikvorlesung, da kommenden Montag ein Feiertag ist. Es geht dann im Herbst mit einem anderen Buch weiter. Am übernächsten Montag schreibe ich dann meine Klausur in Optik, sie geht zum Glück nur eine Stunde lang.

Am Dienstag war ich im Tanabataworkshop, in dem wir Papierdekoration gebastelt haben. Ich glaube sowas habe ich das letzte Mal in der Grundschule gemacht :-D. War ganz lustig, obwohl wir alle etwas mit den Instruktionen der Lehrerin überfordert waren und diese teilweise die Sachen dann selbst in die Hand nahm. Das Ergebnis hängt inzwischen bei mir im Wohnheim.
Das Produkt des Schaffens, aufgehängt an
der Klimaanlage des Wohnheims. Einen
anderen Platz gab es leider nicht.

Außerdem war am Dienstag noch das hochgeheime COLABS-Leader-Treffen für die Organisation der Präsentationen. Ergebnis: wir haben die "Ehre" an den beiden Tagen schon um 8:30 den Campusberg erklimmen zu dürfen und die Registrierung zu übernehmen. Satz des Treffens: "Don't worry about technical difficulties, we are a prestigous school." als Antwort auf meine Sorge wegen unterschiedlicher Powerpoint-Versionen der Vortragenden.

Am Freitag war dann Labortag, letztens ist endlich unsere Probe angekommen, sodass wir ein paar Messungen machen konnten. Hat gedauert, aber erfolgreich war es auf den ersten Blick mal. Ob ich vorläufige Ergebnisse in das Poster für die Veranstaltung Anfang August integriere, weiß ich aber noch nicht.

Ansonsten habe ich heute meinen Urlaub gebucht, Ende August geht es für zwei Wochen nach Tokio und Kyoto. Da werden mit Sicherheit viele Bilder entstehen, inwiefern ich während der Zeit aber zum Schreiben komme, weiß ich nicht.

Sonntag, 8. Juli 2018

Rutschende Nudeln

Meine Kreation am Ende des
Workshops, sie wurde von der
Lehrerin als "männlich" betitelt ;-).
Am Donnerstag besuchte ich den ersten der beiden Workshops für Dekorationen zum Tanabatafest. In diesem Fall ging es um "Kado", eine japanische Blumenarragementkunst. Der gesamte Workshop war auf japanisch, aber ich habe genügend verstanden, um den Anweisungen zu folgen :-D. Anscheinend hat auch jeder Zweig einen Familienstand (Vater, Mutter, Kind), der nach Größe sortiert ist.

Parallel hatte ich mit meinem Partner eine Diskussion über Teilchenphysik und das Higgs-Boson, da der das schon immer interessant fand. War schon etwas schräg, zwischen Blumen schneiden und Quantenfeldtheorie hin- und herzuspringen. Am Ende durften wir dann auch die Pflanzen mitnehmen, allerdings ohne das Steckbett. Deswegen sind sie jetzt in einer Flasche auf dem Küchentisch.
Ein klassisches japanisches
Gewand, das als "Yutaka" beworben
wurde, aber, soweit ich weiß, dank
des Schnitts anders heißt.
Am Freitag gab es dann eine angenehme Überraschung. Normalerweise ist ja morgens der wöchentliche Journal-Club-Vortrag, diese sind aber erstmal fertig. Deswegen hat eine deutsche Wissenschaftlerin, seit drei Monaten in Tokio arbeitet, über ihre Arbeit geredet. Sie arbeitet in der Materialphysik und untersucht bestimmte Strukturen, die effektive magnetische Monopole ausbilden können. Das Wort "effektiv" ist hier wichtig, das sind sogenannte Quasiteilchen, also Strukturen, die sich wie Partikel verhalten, aber aus anderen Teilen bestehen. Elementare Teilchen, die ein magnetisches Monopolmoment haben, hat man immer noch nicht gefunden.


Die Bambusrampe für die Nudeln, wenn man
nicht schnell genug ist, sind sie weg :-P.
Nachdem sie herausgefunden hat, dass ich auch aus Deutschland bin, haben wir länger über Japan, Japanisch und die nervige Zeitverschiebung nach Hause geredet. Sie verlässt das Land aber bald wieder und geht nach Spanien, weswegen sie auch schon angefangen hat, spanisch zu lernen. Außerdem ist das geplante Experiment ausgefallen, da die Hälfte der Studenten nicht da war.

Gestern war ich dann wieder im Management Office um ein paar Nudeln zu essen. Doch auf die Serviermethode war ich nicht vorbereitet! Es gab eine Bambusrampe, durch die Wasser geschickt wurde, in dem die gekochten Nudeln vorbeiflossen. Man hatte ein paar Stäbchen und etwas Sojasoße in einer Schale, also musste man die Nudeln mit den Stäbchen herausfischen! Zum Glück bin ich inzwischen an das Besteck gewöhnt :-D.

Außerdem wurde uns klassische japanische Kleidung geliehen. Die war übrigens recht leicht anzuziehen, einfach nur ein paar Fäden zusammenbinden. Ich weiß aber natürlich nicht, wie das bei den Frauen aussieht. Die Terminologie ist da recht komplex, es wurde alles als "Yutaka" beworben, aber anscheinend war die männliche Bekleidung etwas anderes.

Nächste Woche ist der zweite Teil des Workshops, für den ich mir noch eine Schere besorgen muss. Außerdem gibt es davor eine Besprechung der "COLABS Leaders", die Austauschstudenten, die ein Jahr lang bleiben. Es geht da um die Vorstellung der Ergebnisse Anfang August, bin mal gespannt, was genau dort besprochen wird.

Die Teilnehmer an dem Nudelessen, wobei sich manche gut versteckt haben.

Sonntag, 1. Juli 2018

Okonomiyaki und das International Festival

Der angekündigte Okonomiyaki von letzter
Woche, in diesem Fall mit Miso.
Letzte Woche Sonntag wollten wir ja Okonomiyaki essen gehen, was sich letztendlich als kompliziert herausgestellt hat. Der All-you-can-eat-Laden war nämlich wegen Bauarbeiten geschlossen, was jedoch nicht auf der Internetseite zu sehen war. Da es zu dem Zeitpunkt schon früher Nachmittag war, hatten die meisten anderen Restaurants geschlossen.

Deswegen sind wir ein wenig shoppen gegangen, und in einem kleinen Teeladen in einer Seitengasse gelandet. Dieser wird von einem
Ein Überblick über das Fest vom russischen
Stand aus, es war recht viel los.

älteren Herren und seinem Sohn geführt. Wir waren kaum drin, haben sie schon kleine Hocker aufgestellt und uns Tee serviert, einen Sencha. Wir haben uns dann auch unterhalten und am Ende der ganzen Geschichte bin ich Besitzer einer Packung gemischten Genmaichas (also Tee mit Reiskörnern darin) geworden. Die Verkaufsstrategie hat also funktioniert ;-). Ich überlege mir auch, ob ich mir ein portable Teekanne aus der man trinken kann, zulege.
Am deutschen Stand war eigentlich immer
eine lange Schlange, die Bratkartoffeln sind
wohl gut angekommen.

Abends sind wir dann zu einem Okonomiyakirestaurant gegangen, das aber kein All-you-can-eat angeboten hat. Je nach Komplexität durfte man das selbst am Tisch auf einer heißen Platte zubereiten oder es wurde einem fertig gebracht. Es gibt die Pfannkuchen in allen möglichen Geschmackrichtungen, die Basis ist jedoch immer ein japanischer Kohl. Mein Favorit war Rindfleisch mit grünen Zwiebeln, da das nicht so massig war, wie die Varianten mit Käse. Kann man aber auf alle Fälle nochmal essen!
Es gab auch eine Bühne, auf der Musik gespielt
oder Bauchtänze aufgeführt wurden. 
 


Unter der Woche ist nicht viel besonderes passiert, ich hatte nur am Mittwoch eine längere Diskussion mit dem Vortragenden, die leider zu nichts geführt hat. Dafür ist die Vorlesung am Donnerstag ausgefallen, da der Professor in Großbritannien war.

Eine Trommelaufführung (sie heißen im
Japanischen Taiko), man hat sie ohne Probleme
auf dem ganzen Platz gehört.
Heute war dann das 33. International Festival von Tufsa, der internationalen Studentenorganisation der Universität. Es gab dort hauptsächlich Essen von ungefähr 20 verschiedenen Ländern und ein Programm mit Musik sowie Tänzen. Das Essen war gut, ich hatte ein philippinisches Hühnchengericht und kambodschanisches Curry.

Dank der Hitze haben sich die meisten Menschen im Schatten am Rand oder unter den Zelten aufgehalten. Selbst viele Japaner hatten ihre Probleme, da es leider auch kein kostenloses Wasser in irgendeiner Form gab. Ansonsten war das Fest aber sehr gut organisiert.

Neben Essen und Aufführungen gab es auch ein paar Stände mit Informationen über Länder und Dingen, die man ausprobieren konnte. Unter anderem wurde eine Plastik-/Lederreplik einer Samurairüstung angeboten, die man anziehen konnte. Das habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen!
Leider nicht echt, aber trotzdem
interessant, sowas mal zu tragen!

Besonders war auch noch die Aufführung der Cheerleadertruppe der Uni. Eine traditionelle Cheerleaderperformance in Japan besteht anscheinend nicht nur aus der bekannten amerikanischen Vorführung der Frauen, sondern hat noch eine komplettes Blasorchester, das typische deutsche Blasmusik spielt, und ein paar Männer, die die ganze Zeit das Publikum anschreien und posieren. Auf alle Fälle ungewohnt und ein Mischmasch vieler verschiedener kultureller Einflüsse.

Am Ende gab es noch eine Tombola, bei der am Ende sogar Preise wie ein Kindle und Tickets nach Disneyland dabei waren! Ich habe leider nichts gewonnen, aber ich frage mich, wo die Organisation so viel Geld herbekommen hat.

Alles in allem ein schönes Fest, ich hatte viel Spaß.
Die Cheerleader der Universität mit dem dazugehörigen Blasorchester.