Donnerstag, 29. März 2018

Das Chaos, das sich 'Bank' nennt und weitere Begebenheiten

Das erste richtige japanische Essen hier:
Unsere Leiterin hat uns in ein Restaurant in
einer kleinen Ecke unter der Einkaufspassage
geführt, so hätte ich das nie gefunden. Das ist
eine klassische japanische Mahlzeit, bestehend
aus mariniertem Hühnchen, Krautsalat,
Misosuppe, säuerlichem Gemüse und einer
Art Vollkornreis.

 Nachdem ich die letzten Tage damit beschäftigt war, meinen Namen ganz oft in romanischen und japanischen Zeichen zu schreiben, kommt hier mal was Neues :-D.
Es ging halt hauptsächlich darum, sich am Bürgeramt anzumelden und ein Bankkonto zu eröffnen. Dafür hatte ich zusammen mit einer Studentin aus München eine Leiterin, die uns sehr viel geholfen und auch sonst eine Menge erklärt hat. So habe ich auch mal einige der anderen Studenten getroffen. Fazit: Es gibt anscheinend acht deutsche Austauschstudenten, die im gleichen Programm wie ich sind. Den Saarländer, den man immer trifft, habe ich jedoch noch nicht gefunden :-P. Sonst kommen die Leute aus vielen verschiedenen Ecken der runden Erde, zum Beispiel USA, Finnland und Korea. Mit dem Bus ging es dann in die Stadt, als Erstes zum Bürgeramt. Das ging noch recht schnell und hielt sich mit dem Papierkram in Grenzen. Am Ende hielt ich meine Krankenversicherungskarte in den Händen, habe die Prämie dafür bezahlt und es ging weiter zur Bank.
Ein Bild der überdachten Einkaufspassage in
Sendai. Hier findet man viele Dinge, aber
hauptsächlich Essen, 1€-Läden und Spielhallen.
Versteckt in einer Seitenpassage ist sogar
ein kleiner Schrein.
Dort habe ich dann gefühlt 20 Formulare ausfüllen müssen und an relativ zufällig platzierten Stellen meinen Namen eintragen müssen. Interessant ist auch das Identifikationssystem: die Japaner haben anscheinend Stempel mit einem Kanji darauf, mit dem sie Überweisungen authentifizieren. Da wir aber sowas nicht haben, musste ich in einem runden Kreis unterschreiben und zwar acht- oder neunmal. Danach ging es in die Einkaufspassage etwas essen und spazieren, bis die Bankkarte fertiggedruckt war. Dabei haben wir einen Schrein gefunden, in dem gerade eine Zeremonie vorbereitet wurde.
Der Delikatessenladen mit der rasend schnellen
Kaffeeausschenkerin.
 Es handelte sich dabei um den Geburtstag eines Gottes, für den ein Feuer entzündet werden muss. Der ansässige Mönch hat uns netterweise erlaubt der Zeremonie beizuwohnen, was beeindruckend war. Den Geruch der Räucherstäbchen habe ich bis abends nicht mehr aus der Nase bekommen :-). Außerdem haben wir eine Spielhalle besichtigt, die ohrenbetäubend laut war, und einen ausländischen Delikatessenladen, in dem man so exotische Produkte wie Lindt-Schokolade und Pfefferminztee kaufen kann :-P. Am Eingang dessen gab es einen Kaffe mit einer Tonne Zucker, das letzte Mal habe ich sowas in Spanien getrunken.
Die Mangasektion der Buchhandlung, genauer
gesagt ist links die Abteilung für Jungs und
links die für Mädchen. Weiter hinten sieht man
auch noch die Regale für Erwachsene.
Abends bin ich dann mit den anderen deutschen Studenten zu einem nahegelegenen Einkaufscenter gelaufen um mich dort mit Geschirr einzudecken. In dem gleichen Gebäude gibt es einen Buchladen, der zwar keine fremdsprachigen Bücher führt, aber dafür eine gigantische Sektion an gebrauchten Büchern und Mangas. 'Gebraucht' bedeutet hier, dass entweder nichts zu sehen ist, oder der Einband an einer Stelle leicht eingeknickt wurde. Wenn man das alles jetzt noch lesen könnte, wäre einem sehr geholfen, so muss ich auf die Werke für Jugendliche unter 14 ausweichen, da dort die Schrift drinsteht, die ich verstehen :-D.
Ein Gibliladen in Sendai, in dem man so
ziemlich alles bekommt, was das Fanherz
begehrt. Aber über die Preise will ich
lieber nicht reden :-P.
Heute ging es dann nochmal in die Stadt um an einer anderen Bank die Miete zu bezahlen und etwas weiter die Stadt zu erkunden. Dabei sind wir in Downtown-Sendai geraten, wo ein übel aussehender Nudelshop neben dem anderen steht. Von innen sind sie aber bei weitem nicht so schlimm und das Essen ist auch in Ordnung. Einen gruseligen Film hätte man trotzdem dort drehen können.
Eine Sache, die mir jetzt schon öfter aufgefallen ist: Man sieht immer mal wieder in Anime und Manga, dass überall Telefonmasten mit einer Masse an niedrig hängenden Kabeln stehen. Insbesondere in Serial Experiment Lain tritt dieses Bild immer wieder auf. Ich dachte irgendwie, dass das eine stilistische Übertreibung wäre, aber es ist eher so, dass in dem Fall die Medien zurückhaltender sind! An manchen Stellen sieht man wahrhaftig den Elektrizitätswald vor Spannungsleitungen nicht mehr.
Heute Abend war ich dann groß einkaufen, habe sogar bezahlbare Milch und Gemüse gefunden und prompt eine Sojasoße gekauft, die keine normale Sojasoße ist. Anscheinend gibt es gesüßte Sojasoße, doch mein Mitbewohner meinte, dass die super zu Udon-Nudeln passen würde, die ich zum Glück auch gekauft habe.
Morgen habe ich vor zum Campus zu laufen, da ich am 2. April ein Treffen mit meinem Professor habe und nicht dank Verirrungen zu spät kommen möchte. Ich habe schon von unserer Leiterin gestern gehört, dass der naturwissenschaftliche Campus im Wald auf einem Berg liegt, das verspricht also spannend zu werden!

Dienstag, 27. März 2018

Ankunft in Japan

Der Verbindungszug zwischen Tokio-Narita und Tokio Hauptbahnhof.
Gestern bin ich in Japan gelandet und nach Sendai ins Wohnheim gefahren. Da ich nach der Reise total fertig war, kommt der Blogeintrag erst heute ;-).

Der Flug von Warschau nach Tokio war recht angenehm, nur war meine Sitznachbarin davon überzeugt, dass man sich quer über den Sitz und halb auf meinen legt 😅. Aber die Filmauswahl war erstaublich gut,ich konnte so zwei Filme schauen, die länger auf meiner Liste standen. Und da Blade Runner fast drei Stunden Laufzeit hat, war der Flug auch nicht so langatmig 😀.

Der Sonnenaufgang auf dem Flug war beeindruckend. Einerseits ging es sehr schnell, andererseits ist der Himmel von Violett aus einmal die Regenbogenfarben durchgegangen. Kurz darauf haben wir den Landeanflug angetreten.

Tokio-Narita ist ein recht gemütlicher Flughafen und die Einbürgerung wäre schnell gegangen, wenn ich nicht wegen des Visums herausgenommen und zu anderen Austauschstudenten gesteckt wurde. Dort habe ich dann prompt neben meinem Sitznachbar aus Mannheim ein paar Studenten aus Köln getroffen. Sie sind allerdings alle in Tokio geblieben, während ich, nachdem ich mein Geld umgetauscht habe, mich auf den Weg nach Sendai machte.

Bevor ich mein Ticket kaufen konnte, ist aber ein Kamerateam eines Fernsehsenders auf mich zugekommen, um mich zu interviewen 😅. Sie haben mich gefragt, was ich in Japan vorhabe, wo ich herkomme und sowas, war ganz lustig und hat zum Glück nicht allzu lange gedauert. Dann ging es zum den Verbindungszug, der im Bild zu sehen ist. Die Fahrt hat ungefähr 40 Minuten gedauert.

In Tokio bin ich dann auf dem 5. Untergeschoss angekommen, musste aber nicht so weit laufen, bis ich den Shinkansen gefunden habe. Nach einer kurzen Diskussion am Ticketschalter wusste ich dann wann ich wo sein soll und in welchen Zug ich einsteigen muss. Dachte ich. Denn es hat mich ziemlich verwirrt, dass mein Halt 'Sendai' nirgendwo auf der Anzeige zu finden war. Aber ich dachte mir, dass es der richtige Zug sein muss, da alle Angaben korrekt waren. Trotzdem war ich dann erleichtert, als im Zug die Haltestelle angesagt wurde.

Die Zugfahrt selbst war recht ereignislos, bis auf die Tatsache, dass ich meinen großen Koffer vor meinen Sitz quetschen musste, da es vor Ort keine andere Möglichkeit gab. Als ich in Sendai angekommen bin und aus dem Bahnhof gelaufen, hat mich eine Schülerin beinahe umgeworfen, da sie mit voller Geschwindigkeit in mich gelaufen ist. Sie sah jedoch mindestens genauso überrascht aus wie ich.

Dem Bahnhof entflohen ging es dann zur Bushaltestelle und in den Bus. Dieser hat zwar genug Platz für Koffer, aber dafür nicht genug Platz für längere Menschen als der Durchschnitt. Naja man kann auch nicht alles haben 😉. In dem Bus steigt man übrigens hinten ein und vorne wieder aus. Das Ticket bezahlt man auch erst, wenn man angekommen ist.

An der Bushaltestelle hat mir dann ein Austauschstudent den Weg zum Wohnheimkomplex erklärt, den ich dadurch recht zügig gefunden habe. Nur bin ich erst in das falsche Verwaltungsgebäude gelaufen, zum Glück ist das Gelände kompakt. Am richtigen Ort angekommen habe ich meinen Schlüssel, meinen Router und einen 40 minütigen Film über das Wohnheim bekommen. Letzteres war eine willkommene Verschnaufpause.

Kurz danach habe ich dann die Koffer auf mein Zimmer gebracht, alles eingerichtet, geduscht und mich den Mitbewohnern vorgestellt. Das Ganze ist wie eine WG aus 8 Personen aufgebaut, doch im Moment sind nur drei Andre da. Sie haben mich nett begrüßt und mir schnell erklärt, wie die meisten Sachen funktionieren und organisiert sind.

Da ich seit dem Flug nichts gegessen hatte, machte sich mein Magen bemerkbar, also ging es in der Dunkelheit zum nächsten Markt für Cup Noodles. Gesättigt und müde habe ich noch etwas telefoniert und dann geschlafen.

Heute habe ich dann die Umgebung erkundet, ein paar Vorräte gekauft und mich nochmal etwas ausgeruht. Die Zeitverschiebung ist merkwürdig, wenn ich schlafe geht in Deutschland der Mittag los und wenn in Deutschland die Betten aufgesucht werden, wache ich auf. Morgen geht es dann um 8:00 zur Bank um ein Konto zu eröffnen, da werde ich ein paar andere Auslandsstudenten kennenlernen.

Sonntag, 25. März 2018

Ankunft Warschau

Ich bin gut am Warschauer Flughafen angekommen und warte mit einem anderen Austauschstudenten auf den Weiterflug. Um 15:30 geht dann der lange Flug los.

Abflug Frankfurt

Kurzes Update: gleich geht der Flug nach Warschau, hat alles gut geklappt. Ich bin schon ganz aufgeregt :-D.

Freitag, 23. März 2018

Koffer gepackt

Es beginnt. Die Koffer sind gepackt und alle Verwaltungsaufgaben abgeschlossen. Es erstaunt mich immer wieder, wie viel Kleidung in einen Koffer passt, in diesen beiden sind Sommer- und Winterkleidung für ~12 Tage enthalten und es ist noch Platz drin! Das Gewicht prüfe ich morgen, aber vom Gefühl her dürfte es kein Problem sein.
Am Samstag Morgen geht es dann nach Koblenz und am Sonntag von dort aus nach Frankfurt. Der Flug geht um 10:30 nach Warschau und dann nach Tokio-Narita.