Montag, 23. April 2018

Kendo und gutes Brot

Der kleine Garten auf dem Campus, man sieht,
dass der Sommer auch hier inzwischen Einzug
hält.
Zwei Sachen, die nicht viel miteinander zu tun haben, aber in der gleichen Woche passiert sind ;-).
Am Dienstag Abend war ich das erste Mal im Kendounterricht. Kendo ist eine stark versportlichte Form des japanischen Schwertkampfes mit Bambusschwerten, Shinai genannt. Da ich in Deutschland mittelalterliches Fechten gemacht habe und es hier keinen Kenjutsuzirkel gibt, habe ich mich dafür entschieden. Die anderen Mitglieder sind sehr nett und finden es toll, dass ich bei ihnen mitmachen möchte. Sie sind auch ziemlich interessiert an meinem alten Kampfsport und wir reden öfter über Unterschiede zwischen Kendo und Fechten.
 Das einzige Problem ist, dass sie keine Rüstung haben, die groß genug für mich ist, insbesondere meine Hände sind zu breit für die Handschuhe. Aber sie kümmern sich netterweise für mich drum. Heute am Sonntag war ich nochmal da und habe weiter die grundsätzlichen Bewegungen und Schläge geübt. Das wohl beeindruckendste Mitglied ist eine Studentin, die mir gerade mal bis zum Bauchnabel geht, aber wenn sie ihre Rüstung anhat und einen anschreit, möchte man so schnell wie möglich rennen :-D.
Ein Grünteedonut, den ich in der Mensa
erworben habe. Sieht übel aus, schmeckt
aber gut!

Am Mittwoch war ich wie immer im Seminar, in dem mein Professor ein Paper über digitale Wassermarken in Spektroskopie vorgestellt hat. Dieses Paper war deutlich besser als das letzte Woche. Den restlichen Tag arbeitete ich an meinem Vortrag Ende Mai, der wohl ziemlich umfangreich wird ^_^''.
Was ich beinahe vergessen habe: Am Dienstag Morgen hatte ich das erste Mal den freiwilligen Sprachkurs auf dem Aobayamacampus. Ich war der einzige Teilnehmer. Die Lehrerin hat mir einige Fragen auf Japanisch gestellt, die ich aufgrund mangelnden Vokabulars zwar verstanden habe, aber nicht sehr ausführlich beantworten konnte. Danach gingen wir die Lektion im Lehrbuch durch und sind auf eine Menge Probleme gestoßen, da meine Terminologie sich sehr von ihrer unterscheidet. Die Konjugationen und sonstigen grammatischen Form konnte ich ziemlich gut, aber die Vokabelabfrage lief nicht besonders. Am Ende war sie mir gegenüber irgendwie agressiv, ich weiß nicht ganz warum, und als ich sie nach ihrem Namen gefragt habe, kam eine sehr kurz angebundene Frage zurück, wofür ich den möchte. Wenn das so weitergeht, beschwere ich mich bei ihr, ich habe keine große Lust mich so behandeln zu lassen.
Endlich richtiges Brot!
Ansonsten ist unter der Woche nicht viel passiert, am Wochenende haben dann ein Kommilitone und ich das "Brotfestival" gesucht. Das bestand aus drei Ständen mit einfachem Gebäck, war also eher enttäuschend. Aber zum Glück haben wir danach eine kleine Bäckerei gefunden, die etwas anderes als Toast herstellt! Es ist zwar vergleichsweise teuer, aber das Brot ist echt gut und wird anscheinend komplett in Handarbeit gemacht. Die deutsche Sektion hier hat Freudentänze gemacht :-D.
Ausblick über Sendai von einem
dreißigstöckigen Hochhaus, in dem gerade eine
Hochzeit gefeiert wurde. Wir sind trotzdem
reingelassen worden :-P.
Am Samstag Abend war dann eine typische Tanzparty im internationalen Wohnheim, dort habe ich noch ein paar andere Studenten kennengelernt. Aber die Tanzfläche war ziemlich leer und keine passende Musik für Standard- oder Lateintänze (und nicht meine Tanzpartnerin) :-P. Also wurde es eher eine Laber- als eine Tanzparty.
Am gleichen Abend habe ich dann mit meiner Brettspielgruppe des Saarbrücker Wohnheims über Skype ein Brettspiel gespielt. Die moderne Technik macht einiges möglich!

3 Kommentare:

  1. Vielleicht hat die Japanischlehrerin eine bessere Vorbereitung der Lektion insbesondere in Bezug auf die Vokabeln erwartet. Sie sieht Dich möglicherweise eher als Schüler statt als Student. In jedem Fall halte ich es für richtig, sie auf ihre Erwartungen anzusprechen.

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  2. Die Vokabeln hatten mit Sicherheit damit zu tun, aber ich wusste ja auch nicht, was drankommt. War die erste Stunde und das Lehrbuch wurde ebenfalls nicht vorher bekanntgegeben. Ich habe die letzten Tage jetzt immer auf meinem Handy geübt, aber bevor da viel Verbesserung kommt, wird es etwas dauern. Morgen werde ich ja weiter sehen.

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  3. Etwas spät, aber eine leere Tanzfläche? Martin! Das schreit doch danach als erste Person loszulegen. Das Eis zu brechen. Und ab zu gehen. :P

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