Montag, 16. April 2018

Seminar, Vorlesungen, Journal Club und mein Fahrrad

So sieht ein Klapprad in einem Paket aus. Es
ist erstaunlich schnell gekommen und
musste dann nur noch zusammengebaut werden.
Das Seminar am Mittwoch morgen war etwas früh und ich habe nur die Hälfte verstanden. Nämlich nur die Sachen, die mir in Englisch erklärt wurden :-D. Es gibt immer ein großes Seminar und danach ein Seminar der Untergruppe, in meinem Fall mit der Pi-Konjugierte-Elektronen-System-Gruppe.
Und so sieht es zusammengebaut aus, das rote
Rad in der Mitte des Bildes.
Im großen Seminar stellt jede Woche jemand seine Recherchearbeit oder Forschungsergebnisse vor. Ich soll im Mai meine Arbeit an der Uni des Saarlandes behandeln, das wird hauptsächlich meine Bachelorarbeit werden. Nach der Sitzung war ich dann noch in der Japankulturvorlesung.
Von dieser habe ich mir etwas anderes erhofft, als angeboten wurde. Die Vorlesung ist sehr stark auf sehr lokale Kultur und die Reparaturarbeiten nach dem Erdbeben 2011 ausgerichtet. Außerhalb der Exkursionen habe ich nicht das Gefühl, viel über die japanische Kultur dort zu lernen, eher welche Baseballspieler im Moment berühmt sind. Außerdem finde ich es immer etwas kritisch, wenn ein Dozent in der ersten Vorlesung sagt, dass man ein Buch benötigt, das er mitgeschrieben hat...
Am Donnerstag bin ich dann in die Biophysikvorlesung gegangen. Diese ist eher so aufgebaut, wie ich Vorlesungen mag: mehr Diskussion, weniger von Folien ablesen. Außerdem ist das Thema (wie baue ich eine minimale Zelle aus Molekülen und physikalischen Prinzipien) ziemlich interessant und was vollkommen Neues für mich. Der Professor meinte aber, dass das gar kein Problem sei und er es toll fände, wenn ich bei der Vorlesung bleibe. Das werde ich auch :-D.
Abends hatte ich dann mit meinen Mitbewohnern eine Art japanisches Fondue: eine heiße Herdplatte in die Mitte des Tisches und Essen drauf. Ziemlich einfach, aber lecker. Super wurde der Abend dann, als Ken ein kleines Brettspiel ausgepackt hat! Ich war schon ganz auf dem Trockenen nach meinen anderthalb Jahren wöchentlichen Brettspielprogramms.
Am Freitag war dann der Journal Club, in dem ein Paper vorgestellt und diskutiert wurde. Was mir dabei aufgefallen ist: an meiner Uni wurde der Fokus immer relativ stark auf die Mess- oder Simulationsdaten gelegt und es war wichtig, dass Abweichungen diskutiert wurden. Hier war ich der Einzige, der die Messdaten überhaupt angesprochen hat! Und es gab bei diesem Paper eindeutig genug Diskussionspotential. Die anderen Studenten haben sich kaum an der Diskussion beteiligt und ich hatte irgendwie das Gefühl, dass der Vortragende irgendwann etwas genervt von meinen Fragen war. Obwohl uns gesagt wurde, dass wir viele Fragen stellen sollen.
Danach ging es dann zur Hochenergiephysikvorlesung. Das ist, habe ich dann vor Ort rausgefunden, ein Drittel des Stoffes von unserer theoretischen Physik 5 im gleichen Zeitrahmen. Und man darf die Klausur am Ende mit nach Hause nehmen.
Die Sonnensystemphysik habe ich übrigens verpasst, da ich den Termin falsch aus dem Dokument abgelesen habe. Ergebnis der Vorlesungen: ich werde Biophysik und Elektrodynamik in Festkörpern hören, da ich das Gefühl habe, von diesen Vorlesungen das Meiste mitnehmen zu können. Morgen gehe ich noch zu dem Sprachkurs auf dem Campus und schaue in welche Stufe ich eingeteilt werde.
Das Wochenende war recht ruhig, ich habe aber wieder mal einiges über C Compiler gelernt :-). Und am Sonntag wollte ich ins Kendo gehen, doch da war niemand. Glücklicherweise habe ich einen Japaner getroffen, der mir helfen konnte, sodass ich jetzt Kontakt zu dem Kendozirkel habe. Morgen soll ich dann nochmal kommen, bin mal gespannt.
Mein Fahrrad ist auch gekommen und funktioniert super! Es tut gut, mal nicht überall hinlaufen zu müssen, aber ich muss mich noch ans Rad fahren und den Verkehr gewöhnen. Der Berg zum Campus ist sowohl beim Hoch-, als auch beim Runterfahren anspruchsvoll, aber mit der Zeit dürfte ich mich dran gewöhnen.

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