Montag, 14. Mai 2018

Medizinischer Check, Mt. Izumigatake und das Abtestat

Der einfache Teil des Wanderpfads am Anfang,
aber auch hier ist die Steigung schon ganz nett.

Letzte Woche waren alle interessanten Begebenheiten in den letzten Tagen kondesiert, weswegen ich erst jetzt zu einem Eintrag komme. Aber jetzt gibt es wieder einiges zu erzählen.
Während der Golden Week ist nicht allzu viel geschehen, neben meinem Kendotraining. Dafür wäre es gut, wenn ich mir demnächst die entsprechende Kleidung, einen Dougi, besorge. Rüstung ist nicht notwendig, da ich nur ein Jahr dabei bin und bis dafür lohnt sich das nicht.

Am letzten Montag sind dann gleich zwei Sachen geschehen: Als Erstes ging es zur jährlichen medizinischen Untersuchung der Uni und nachmittags den zweiten Versuch der Arbeitsgruppe.
Hier verzweigten sich die Pfade, wie sind auf dem
"einfachen" geblieben. Man sieht aber, dass der
Weg recht felsig und steil wird.
Die medizinische Untersuchung war extrem effizient gestaltet, ich wurde durch mehrere Stationen wie beim Flughafen geschoben. Es wurden Blutdruck, Höhe, Gewicht gemessen und eine Röntgenaufnahme des Brustbereichs gemacht. Über letzteres ließ sich auch nicht verhandeln, ich wurde höflich weitergebeten. Das Röntgengerät war dann für mich zu niedrig, sodass ich mich sehr breitbeinig hinstellen musste, damit der richtige Bereich abgelichtet wird. Soweit sieht bei mir alles gut aus, nur dank der Ankunft per Fahrrad und dem Stress hatte ich einen etwas erhöhten Blutdruck. Dafür soll ich dann Ende Mai nochmal kommen, da wird das entsprechend überprüft.

Das Experiment war etwas unnötig. Da ich an dem Tag eine Vorlesung habe, haben die anderen Studenten schon ohne mich angefangen, das war auch vom Professor so gewollt. Nach der Vorlesung bin ich dann auch direkt zum Labor gegangen, da waren sie aber schon fertig. Also hab ich nur schnell den Aufbau gezeigt bekommen und das wars. Das alles hat die Auswertung verkompliziert, da ich ja nicht wusste, welche Schritte wie durchgeführt wurden und meine Kommilitonen haben auch kein Laborbuch geführt. Auch nicht auf japanisch.

Einer der Zuflüsse des Baches, der den Berg
herunterfließt, das Wasser war recht kühl. An
einer anderen Stelle hat man sogar Frösche
gehört und gesehen, doch die mit der Kamera
zu erwischen, war sehr schwierig.





Die restliche Woche habe ich damit verbracht, die beiden Experimente auszuwerten und meine Ergebnisse zusammenzufassen. Da hatte ich endlich mal was zu tun und es hat auch Spaß gemacht :-D. Ich habe viel mit den anderen Studenten gesprochen und ihnen oft erklärt, was sie machen müssen, da sie große Probleme mit der Aufgabenstellung hatten.

Das Abtestat lief gut, mir wurde aber nur eine einzige Frage gestellt, die ich anscheinend zufriedenstellend beantwortet habe. Es ging da halt um Laser und wie diese zustande kommen, was ich schon in Saarbrücken ausgiebig in Vorlesung, Bachelorarbeit und Praktikum bearbeitet habe. Für die Studenten war das anscheinend größtenteils neuer Stoff. Mein Sprachkurs am Dienstag ist übrigens äußerst spontan aufgrund eines Meetings der Lehrerin ausgefallen.

Der Name des Pfades in Stein
graviert. Ich habe einen Japaner
gefragt, was genau da steht und es
bedeutet "Wassergott".
Am Wochenende bin ich mit einem deutschen Studenten zum Berg Izugatake gefahren und wir haben den Gipfel erklommen. Der Rest war mit dem japanischen Kulturkurs beschäftigt, sodass nur wir Zeit hatten. Die Region um den Berg ist auch ein Skigebiet, was ich mir nach dem Wanderausflug sehr gut vorstellen kann!

Es ging nämlich von der Basis auf 510m zum Gipfel von 1160m ziemlich steil hoch. Wir sind dabei den einfachsten Weg gegangen, der angeblich auch kindergerecht ist. Dazu möchte ich nur sagen: das sind dann wohl Kinder von Bergsteigerfamilien. Es ist aber eine sehr schöne Gegend und den Gipfel erklommen zu haben, war ein tolles Gefühl!

Auf dem Weg sind uns immer wieder Japaner entgegengekommen, die Klingeln an ihren Rucksäcken hatten. Mein Kumpane hat am darauffolgenden Tag herausgefunden, dass dies zur Abschreckung von Bären dienen soll. Wir haben auf dem Weg auch ab und zu Stahlboxen gesehen, auf denen "Kuma", also "Bär" auf japanisch, steht, die man zum Vertreiben schlagen soll. Zum Glück sind wir keinem begegnet.
So steinig und steil war das Ende des Auf- und
der Anfang des Abstiegs. Zum Glück hatte ich
festes Schuhwerk an!

Zum Abstieg sind wir dann einen anderen Weg gegangen, der am Ende weniger einem Pfad und mehr einem Steinbruch glich. Spannend, aber nervenaufreibend und einmal bin ich auch ausgerutscht und habe mich auf meinen Hosenboden gesetzt. Neben einer dreckigen Hose ist aber nichts passiert ;-).

Den Muskelkater der Tour merke ich immer noch, war es aber auf alle Fälle wert! Diese Woche sollen die Studenten in der Arbeitsgruppe entscheiden, was sie machen möchten, hoffentlich geht es dann auch bei mir mal weiter. Ansonsten steht nicht viel auf dem Plan neben den üblichen Vorlesungen, mein Vortrag ist komplett fertig und aufgehübscht, da kann ich wirklich nichts mehr dran machen.
Der Ausblick (fast) vom Gipfel, der Gipfel selbst war zu sehr überwachsen für ein gutes Bild.
Man sieht aber, wie hoch das alles ist, die umgebenden Berge sind auch nicht gerade niedrig.

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