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Ein Monument am Anfang des Aufstiegs zur
Burg, es stehen mehrere in der Gegend. |
Ich war wieder mal auf Sightseeingtour und habe einige Bilder gemacht. Diesmal ging es zur Burg Sendai, auf der Date Masamune residierte. Das war am Sonntag, während der Woche ist wenig Neues passiert. Das "Spannendste" war meine Schicht, das gemeinsame Büro meiner Arbeitsgruppe zu putzen, was aber nicht sehr lange gedauert hat.
Ich habe aber herausgefunden, was der Ausruf auf dem Fest letze Woche bedeutet hat: genau gar nichts ;-). Ich fragte einen meiner Kommilitonen und er meinte, dass das keine Bedeutung hätte. Das war dann ein schöner Weg, um über den deutschen Karneval zu reden, was er sehr faszinierend fand.
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Der Teich, auf dem die Japaner von einem
Deutschen Eiskunstlaufen gelernt haben. Der
Mann hieß anscheinend "Herr Würfel". |
Nach einer längeren Nacht, da ich der letzten Sitzung meines Fachschaftsrates in Saarbrücken per Skype beigewohnt hatte, war ich erstaunt, dass ich sehr motiviert war, doch zur Burg Sendai zu fahren. Diese liegt mehr oder weniger neben der Uni auf nicht ganz so viel Höhenmeter, sodass ich bis zu dem Pfad hoch mit dem Rad gefahren bin.
Beim International Center konnte ich dann parken und habe mich auf den Weg gemacht. Am Fuße des Berges liegt auch noch das Stadtmuseum von Sendai und eine Parkanlage, in der die erste Sakebrauerei Sendais gestanden hat. Davon ist aber leider nichts mehr übrig, viele alte Gebäude sind spätestens bei den Bombardements im zweiten Weltkrieg zerstört worden.
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Das Stadtmuseum mit der Statue eines
chinesischen Künstlers davor. |
Zum Glück war es nicht ganz so heiß an diesem Tag, sodass der Weg hoch recht angenehm war. Anscheinend habe ich mich an die Steigungen hier ein wenig gewöhnt :-D. Auf dem Weg lag außerdem noch die Rekonstruktion eines Teehauses, in dem ich wirklich Probleme hätte, aufrecht zu gehen. Es ist aber sowieso nicht betretbar, Bilder konnte ich zum Glück trotzdem machen.
Nach einer Biegung erreicht man schließlich die äußere Mauer der Burg, die sehr beeindruckend ist. Die ganze Anlage ist auf einem Berg gebaut worden mit einem äußerst guten Blick ins Tal der Stadt sowie auf das recht weit entfernte Meer.
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Das rekonstruierte Teehaus, man kann erahnen,
wie tief die Decke darin ist. Leider gab es aber
keinen Tee :-P. |
Soweit ich das gesehen habe, wurde bei der Konstruktion kein Mörtel oder Ähnliches verwendet, sondern die Steine recht grob behauen und versetzt aufeinandergeschichtet. Stabil ist es trotzdem, bei dem großen Erdbeben 2011 haben sich nur ein paar Teile leicht verschoben. Ich vermute, dass die versetzte Bauweise und das große Gewicht der Steine ausreichen um die Struktur zu gewährleisten. Der Weg zum Haupteingang führt übrigens direkt an der Mauer entlang, als Angreifer würde ich das nicht probieren wollen.
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Die Mauer des Hauptteils ist wirklich so "schief"
gebaut. Es sieht auch so aus, als würde sie
einen Teil in das Erdreich hineinreichen. |
Ein Teil der Anlage ist auch ein Schrein, sodass der Eingang inzwischen aus dem üblichen Tor besteht. Auf dem Weg zum Hauptgelände liegt eine kleine Informationsstelle mit Bildausschnitten vom Stadtmuseum und einem Modell, wie die Burg früher wohl aussah. Dadrin war es aber sehr eng, sodass ich kein gutes Bild schießen konnte.
Abgesehen von der Mauer und den Fundamenten ist von den alten Gebäuden aber kaum etwas übrig. Die Hauptattraktionen sind der wirklich beeindruckende Ausblick auf Sendai, sowie die Statue von Date Masamune.
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Die Statue von Date Masamune mit seinem
charakteristischen Helm, der auf allem in
Sendai zu finden ist. |
Während meiner Erkundungstour des Geländes bin ich dann auch zum Schrein gekommen. Dort war eine ziemlich große Menschenmenge, mit einer Prozession aus dem Schrein heraus. Erst war ich verwirrt, was hier los ist, bis ich einen Mann und eine Frau in Gewändern gesehen habe. Neben mir stand ein älteres Ehepaar, das ich dann fragte, ob dies eine japanische Hochzeit sei, was sie freudig bejahten. Soweit ich weiß sind traditionelle Hochzeiten in Japan recht selten, da sie teuer sind. Christliche Hochzeiten sind deutlich günstiger, sodass die meisten Japaner, wenn überhaupt, christlich getraut werden. Insofern hatte ich wohl Glück, das sehen zu können.
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Die Hochzeitsprozession mit der Braut in dem
kompliziert aussehenden weißen Gewand
und ihrem Gemahl daneben. |
Als die Prozedur fertig war, habe ich gemerkt, dass ich am Ende des Geländes angekommen war und hier nur noch Souvenirshops, sowie Essenstände zu finden waren. Dort habe ich dann noch ein wenig gestöbert und das ein oder andere gefunden. Anschließend ging es nach Hause, wo ich es sogar geschafft habe, mich ein wenig mit dem Koreaner zu unterhalten, der nur japanisch spricht.
Heute ist das Kendo leider ausgefallen, da ein Turnier stattfand, bei dem einige Mitglieder teilgenommen haben. Leider habe ich das erst gestern erfahren und am Morgen schon andere Pläne gehabt, sodass ich nicht hingehen konnte. Nächste Woche ist mein Vortrag über meine Arbeit in Saarbrücken, ich bin mal gespannt, wie der laufen wird.
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Der Schrein auf dem Gelände, in dem auch die Hochzeit stattfand. Meiner Meinung nach einer
der schöneren, die ich bisher gesehen habe. |
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Der Ausblick auf Sendai von der Burgmauer aus. Links ganz klein in der Ferne kann man die
weiße Kanonstatue sehen. |
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Der Blick auf die andere Seite von Sendai, in der ich mich noch gar nicht aufgehalten habe.
Am Horizont sieht man auch den Pazifik, es ist also noch ein ganz schönes Stück bis zum Strand. |
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Ein Blick entlang der Mauer auf ein paar Hochhäuser in Sendai. Hier sieht man ganz gut die
Konstruktion des Walls, manche Steine sind stärker bearbeitet als andere. |
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