Sonntag, 8. Juli 2018

Rutschende Nudeln

Meine Kreation am Ende des
Workshops, sie wurde von der
Lehrerin als "männlich" betitelt ;-).
Am Donnerstag besuchte ich den ersten der beiden Workshops für Dekorationen zum Tanabatafest. In diesem Fall ging es um "Kado", eine japanische Blumenarragementkunst. Der gesamte Workshop war auf japanisch, aber ich habe genügend verstanden, um den Anweisungen zu folgen :-D. Anscheinend hat auch jeder Zweig einen Familienstand (Vater, Mutter, Kind), der nach Größe sortiert ist.

Parallel hatte ich mit meinem Partner eine Diskussion über Teilchenphysik und das Higgs-Boson, da der das schon immer interessant fand. War schon etwas schräg, zwischen Blumen schneiden und Quantenfeldtheorie hin- und herzuspringen. Am Ende durften wir dann auch die Pflanzen mitnehmen, allerdings ohne das Steckbett. Deswegen sind sie jetzt in einer Flasche auf dem Küchentisch.
Ein klassisches japanisches
Gewand, das als "Yutaka" beworben
wurde, aber, soweit ich weiß, dank
des Schnitts anders heißt.
Am Freitag gab es dann eine angenehme Überraschung. Normalerweise ist ja morgens der wöchentliche Journal-Club-Vortrag, diese sind aber erstmal fertig. Deswegen hat eine deutsche Wissenschaftlerin, seit drei Monaten in Tokio arbeitet, über ihre Arbeit geredet. Sie arbeitet in der Materialphysik und untersucht bestimmte Strukturen, die effektive magnetische Monopole ausbilden können. Das Wort "effektiv" ist hier wichtig, das sind sogenannte Quasiteilchen, also Strukturen, die sich wie Partikel verhalten, aber aus anderen Teilen bestehen. Elementare Teilchen, die ein magnetisches Monopolmoment haben, hat man immer noch nicht gefunden.


Die Bambusrampe für die Nudeln, wenn man
nicht schnell genug ist, sind sie weg :-P.
Nachdem sie herausgefunden hat, dass ich auch aus Deutschland bin, haben wir länger über Japan, Japanisch und die nervige Zeitverschiebung nach Hause geredet. Sie verlässt das Land aber bald wieder und geht nach Spanien, weswegen sie auch schon angefangen hat, spanisch zu lernen. Außerdem ist das geplante Experiment ausgefallen, da die Hälfte der Studenten nicht da war.

Gestern war ich dann wieder im Management Office um ein paar Nudeln zu essen. Doch auf die Serviermethode war ich nicht vorbereitet! Es gab eine Bambusrampe, durch die Wasser geschickt wurde, in dem die gekochten Nudeln vorbeiflossen. Man hatte ein paar Stäbchen und etwas Sojasoße in einer Schale, also musste man die Nudeln mit den Stäbchen herausfischen! Zum Glück bin ich inzwischen an das Besteck gewöhnt :-D.

Außerdem wurde uns klassische japanische Kleidung geliehen. Die war übrigens recht leicht anzuziehen, einfach nur ein paar Fäden zusammenbinden. Ich weiß aber natürlich nicht, wie das bei den Frauen aussieht. Die Terminologie ist da recht komplex, es wurde alles als "Yutaka" beworben, aber anscheinend war die männliche Bekleidung etwas anderes.

Nächste Woche ist der zweite Teil des Workshops, für den ich mir noch eine Schere besorgen muss. Außerdem gibt es davor eine Besprechung der "COLABS Leaders", die Austauschstudenten, die ein Jahr lang bleiben. Es geht da um die Vorstellung der Ergebnisse Anfang August, bin mal gespannt, was genau dort besprochen wird.

Die Teilnehmer an dem Nudelessen, wobei sich manche gut versteckt haben.

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