Sonntag, 16. September 2018

Urlaub Tokio I: Edo-Tokio-Museum, Shinjuku und Harajuku

Ein Bild, dass die Landung von Commodore
Perry zeigt, der erste Kontakt des Westens
mit Japan nach der Abschottung des Landes.
Aufgrund der großen Menge an Bildern und Informationen aus meinem Urlaub in Tokio und Kyoto, werde ich mehrere Beiträge dazu schreiben. Vermutlich wird es ungefähr ein Beitrag pro Reisetag werden.

Die Reise nach Tokio mit dem Bus war recht ereignislos und da der Großteil der Fahrt auf der Autobahn stattfand, war auch nicht viel zu sehen. Ungefähr eine Stunde vor der Ankunft in Shibuya fingen die ersten Vorstadtbezirke an, wodurch auch der Verkehr etwas dichter wurde. Der Bus war recht komfortabel und es waren nur eine Handvoll Passagiere an Bord.

Ein japanischer Sattel, wenn ich mich richtig
erinnere aus dem 18. Jahrhundert. Das Design
ist schon unterschiedlich zu seinem
europäischen Bruder.
Der Bahnhof in Shibuya war allerdings ein Labyrinth, das es erstmal zu verstehen galt, da ich ja zu meinem Hostel reisen musste. Letztendlich fand ich heraus, dass der Bahnhof zweigeteilt ist und ich auf der falschen Straßenseite war, danach ging es recht zügig. Erstaunlich waren auch die Menschenmassen, die dort unterwegs sind. Nach der Zeit im gemütlichen Sendai war ich eine so große Dichte an Personen nicht mehr gewohnt (nicht dass das Saarland für seine Bevölkerungsdichte bekannt wäre :-P). Etwas Umsteigen in der U-Bahn und ich bin in Ryogoku und somit in meinem Hostel angekommen. In diesem war ich lustigerweise die meiste Zeit alleine im 8-Bett-Zimmer, anscheinend wurde es nicht so sehr gebucht.
Die Wäscheleine war im altem Japan wohl eine
Bambusstange :-D.

An diesem Tag habe ich mir nur noch die Umgebung um das Hostel angesehen, da es schon recht spät war. Bekannt ist die Gegend hauptsächlich für ihre Sumoarena, es fand aber kein Wettkampf in der Zeit statt, in der ich da war. Einen nahegelegenen Park und das Katanamuseum besuchte ich auch erst gegen Ende meines Aufenthalts.

Am nächsten Tag traf ich mich dann mit einem japanischen Studenten, der in Saarbrücken seinen Auslandsaufenthalt bestritten hatte. Er führte mich an mehreren Tagen durch die Stadt, was einerseits sehr nett, aber auch sehr anstrengend war. Er hatte nämlich immer ein ordentliches Tempo drauf und mal stehenbleiben und sich was genauer ansehen war in seinem Plan nicht vorgesehen. Trotzdem hat es Spaß gemacht und ich habe so auch ein paar andere Ecken der Stadt kennengelernt.

Populäre Sumoringer hatten auch schon früher
"Autogrammkarten". Aufgrund von Zeitdruck
wurden dabei oft die gleichen Posen und
Körper verwendet, nur die Gesichtszüge
wurden angepasst.
Angefangen haben wir beim Edo-Tokio-Museum. "Edo" war der Name der Stadt, bevor sie 1868 umbenannt wurde, deshalb beschäftigte sich das Museum mit der Geschichte der Stadt. Die Ausstellung ist chronologisch aufgebaut und besteht aus Dokumenten, archäologischen Fundstücken sowie Rekonstruktionen ganzer Gebäude.

Vom Japan der Shogune ging es über zu den ersten Kontakten mit westlichen Händlern nach dem Ende der Abschottungspolitik Japans 1853. Dann folgten die Rolle der Stadt im zweiten Weltkrieg und das moderne Tokio. Alles in allem sehr interessant und informativ, auch wenn man 80% der Schilder aufgrund schwerer Kanji nicht lesen kann :-D.

Ein Magazinstand, in dem besagte Karten sowie
Karikaturen gekauft werden konnten. Letztere
waren sehr beliebt, manche wurden auch von
den Herrschern verboten.
Nach dem Museum ging es in die U-Bahn zu dem Rathaus Tokios. Nicht um dort einen Pass zu beantragen, soweit ist es dann doch noch nicht, sondern wegen der Aussichtsplattform, mit der man einen Überblick über die ganze Stadt hat. Und man muss schon sagen: Häuser wohin man auch blickt! In Manhattan gab es wenigstens Central Park sowie das Meer als Abwechslung, aber hier reihen sich wirklich Gebäude an Gebäude. In einem nahe gelegenen Restaurant, das laut meines Begleiters von einigen Politikern genutzt wird, gab es dann was zu Essen.

Eine Trage, die bei Festen zum
Einsatz kam.

Danach stürzten wir uns in den geschäftigsten Teil Tokios: Shinjuku. Wenn man aus der U-Bahn-Station herausgeht kommt man direkt zur vollsten Kreuzung der Welt. Durch diese Menschenmassen muss man sich erst einmal hindurchkämpfen, insbesondere da dort anscheinend viel Fernsehen produziert wird. Ich habe drei seperate Kamerateams gesehen, die das Treiben als Hintergrund verwendeten.

Ansonsten sind in der Gegend viele Geschäfte, insbesondere Restaurants und Bekleidungsketten. Am Rand des Viertels ist auch ein größerer Schrein, in dem viel Wein und Sake gelagert wird.

Von dort aus ist es auch nicht weit bis nach Harajuku, der Straße in der andauernd neue Trends für Teenager entstehen. Unglaublich vollgepackt und man darf nur wenige Bilder machen, aber doch faszinierend, was man dort so findet. In jedem Gebäude sind gefühlt 10 Modegeschäfte und 3 Süßigkeitenläden, alles zusammen mit Musik sodass ein wahrer Geräuschwhirlpool entsteht.

Eine Repräsentation eines der beliebtesten
japanischen Theaterstücke. Früher wurden
auch die weiblichen Rollen von Männern
übernommen.
Dann ging es schon gegen Abend zu und wir gingen zu einem Monjarestaurant. Das ist ähnlich wie die Okonomiyaki, aber wird etwas anders zubereitet, in diesem Fall wurde das Braten sogar von der Bedienung übernommen.

Danach ging ich zurück ins Hostel, wo ich dann doch einen Zimmergenossen vorfand, einen Chinesen meines Alters, der nur für eine Nacht blieb. Ich unterhielt mich mit ihm ein wenig und war verwundert, warum er nach Japan für seinen Urlaub ist. Er hat nämlich sofort angefangen sich über das japanische Essen und die Menschen hier zu beschweren bevor er sein Heimatland anpries.

Nach der Öffnung hat Henry Ford seine Autos
auch in Japan verkauft ;-).
Nachdem er mich dann direkt gefragt hatte, was ich von der chinesischen Regierung hielte, begann eine Diskussion zwischen uns beiden, ob man die Regierung seines Landes kritisieren dürfe. Zusätzlich kamen noch ein paar sehr persönliche unangenehme Fragen von ihm, sodass ich letztendlich ihn nicht gerade als angenehmen Menschen in Erinnerung habe.

Zum Glück konnte ich ihm irgendwann entfliehen, als ich das warme Fußbad benutzte, dass es im Hostel gab. Meine anderen Zimmergenossen ein paar Tage später waren auch deutlich freundlicher (ein paar Slowenier), sodass ich alles in allem eine schöne Zeit in dem Hostel hatte.

Die amerikanische und japanische Zeitung zur Kapitulation Japans im zweiten Weltkrieg.

Ein Ausblick über Tokio vom Rathaus aus, so sieht man mal, wie viele Häuser hier eigentlich
gebaut sind.

Shinjuku-dai, die berühmte Kreuzung mit etwas weniger Betrieb als sonst. Sowohl rechts als
auch links im Bild sind mindestens nochmal genausoviele Menschen.

Eine der Straßen in Shinjuku, hier hat sich die Menge schon deutlich verteilt. Dies hängt
auch mit dem zügigen Gang der Tokioer zusammen, als Tourist hat man schon öfter das
Gefühl ein Verkehrshindernis zu sein ;-).
Das ist alles Sake, der an dem Schrein verwahrt wird. Auf der gegenüberliegenden Seite ist
nocheinmal genausoviel Wein.
Der Eingang zu Takeshita Street in Harajuku, man kann die Geschäfte an den Rändern
erahnen. Hinter der Biegung im hinteren Teil des Bildes geht es auch so weiter.
Ein Blick in einen der vielen Läden in Harajuku, wobei es hier sehr viel Variation im Stil
gibt. Eines der ältesten Geschäfte dort verkauft hauptsächlich Goth-Kleidung, doch davon
durfte ich leider kein Bild machen.
Die Straße, in der unser Restaurant ist, anscheinend eine beliebt Region um abends etwas
Nahrung zu finden.

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