Sonntag, 21. Oktober 2018

Urlaub Kyoto II: Nishiki-Markt und Gion

Das Eingangstor zu Nijojo, der größten Burg in
Kyoto, die aber leider aufgrund des Sturms
geschlossen war.
Am folgenden Tag hatte sich der Sturm gelegt, sodass ich mich endlich sicher in Kyoto bewegen konnte! Das Frühstück im Hostel war sehr europäisch, es gab sogar Cornflakes :-D.

Mein erstes Ziel war die größte Burg in der Stadt: Nijojo. Diese ist nicht weit vom Hostel entfernt, sodass ich nur eine Viertelstunde dorthin laufen musste. Das war auch ganz gut, da ich höflich am Eingang abgewiesen wurde. Der Taifun hat anscheinend einiges an Schaden angerichtet, sodass die Anlage die ganze Woche über geschlossen war. Das hat natürlich meine gesamte Planung durcheinandergeworfen, ich musste mich nach etwas anderem umschauen.

Zum Glück konnte ich Turm und Burggraben
auch von außen betrachten.
Nach einer kurzen Recherche im Internet, habe ich mich auf den Weg zum Nishiki-Markt gemacht. Dies ist eine lange enge Straße, die von einer riesigen Menge an Lebensmittelverkäufern gesäumt ist. Von Fischen, Krabben und Fleisch bishin zu allem möglichen an japanischem Gemüse ist da alles, das im Land produziert wird, zu haben. Außerdem verkaufen ein paar Geschäfte auch Messer und Schüsseln oder Kleidung, aber diese sind deutlich in der Unterzahl. Da es aber so eng darin war, und ich vorangeschoben wurde, konnte ich kaum Fotos machen.

Einer der Läden in Nishiki, der mit Acessoires
überfrachtet ist. Ich musste ziemlich mit
meiner Kameratasche aufpassen!
Am Ende der Straße war der erste, von vielen, Schrein in Kyoto, den ich besuchte. Dieser ist zwar recht klein, aber ich durfte alles, sogar das Heiligtum fotografieren. Das ist normalerweise verboten, aber es war kein Schild zu sehen und auf Nachfrage hat eine Priesterin es mir erlaubt.

Danach machte ich mich auf den Weg nach Gion, der Stadtteil, in dem sogar heute noch Geishas ausgebildet werden und der sich gefühlt seit 300 Jahren nicht geändert hat. Kyoto ist in der Hinsicht überhaupt nicht mit Tokio zu vergleichen, es gibt zwar ein paar modernere Gebäude, aber die Altstadt ist deutlich größer und abgeschotteter als in der größeren Stadt.

In dem Schrein sind auch ein paar Tierstatuen
zu sehen.
Auf dem Weg dahin überquerte ich den größten Fluss in Kyoto, der Kamo. Dieser ist zwar sehr breit, aber unglaublich seicht, sodass in der Mitte des Flusses an manchen Stellen Inseln aufgeschüttet wurden. Während der Kaiserzeit war das anscheinend ein beliebter Platz für Partys der Adeligen. Heutzutage kann man sehr schön am Ufer entlanglaufen, insbesondere nachts bieten die Lichter der angrenzenden Gebäude eine hübsche Atmosphäre.

Das Heiligtum des Schreins, welches ich
netterweise fotografieren durfte. Sie sehen in
den meisten Schreinen und Tempeln recht
ähnlich aus.

Gion selbst habe ich vom Norden aus erreicht. In den verwinkelten Straßen sind viele Restaurants und das Viertel ist durchzogen von einigen Bächen. Es gibt grob zwei Teile, die sich hauptsächlich durch ihren Straßenbelag unterscheiden: der Norden hat geteerte Straßen, während im Süden sauber gesetzte Blöcke zu finden sind. Überall darf man mit dem Auto langfahren, aber im Süden ist deutlich weniger Verkehr. Eine Geisha habe ich leider nicht gesehen, aber laut meinen Kommilitonen muss man dafür auch sehr viel Glück haben.

Die Brücke zu einem Restaurant im
nördlichen teil von Gion mit dem Bach, der
sich durch das Viertel zieht.
Am Rand des Viertels ist ein weiterer Schrein, der eine recht große Fläche einnimmt. Ich habe mich dort umgeschaut und bin ein gutes Stück auf das Gelände gelaufen, bis ich zu einer Absperrung wegen Sturmschäden kam. Im Hintergrund hat schweres Gerät gerade umgefallene Bäume vom Weg gehoben, sodass das durchaus verständlich war.

Da mir der Taifun einen weiteren Strich durch die Rechnung machte, ging ich in den nahegelegenen Garten, der auf einem kleinen Hügel liegt. Auf dem Weg dorthin passierte ich einen weiteren geöffneten Schrein, in dem ich mich auch ein wenig umschaute und wieder von einem Schüler befragt wurde.

Ein kleines Gebäude im Norden Gions, ich
weiß aber nicht wozu es dient.
Der Garten besteht hauptsächlich aus ein paar Teichen mit Wegen und Gräsern dazwischen. Nicht sehr farbenfroh, aber trotzdem hübsch und definitv gut um sich zu erholen ;-).

Während ich dort auf einer Bank saß, kamen zwei junge Frauen und setzten sich in die Nähe. Was ich bisher noch nicht erwähnte: in Kyoto laufen viele Frauen, auch Touristen, in Kimonos durch die Stadt, die man dort mieten kann. Genauso auch diese beiden. Nach ein paar Minuten fragte mich eine auf Englisch, ob ich ein Foto von den beiden machen könnte, was ich natürlich bejahte.

In meine Hand wurde dann eine Polaroidkamera gedrückt, womit ich nicht gerechnet hatte. Nach einer kurzen Anleitung wo der Auslöser zu finden ist, habe ich dann ein Bild gemacht, das den beiden Frauen sehr gefallen hat. Im folgenden Gespräch erfuhr ich dann, dass sie Koreanerinnen waren, die eigentlich an dem Tag abreisen wollten, aber ihr Flug wurde dank Schäden am Flughafen gestrichen. Die Unterhaltung mit ihnen war lustig und sowohl in Englisch, als auch in Japanisch, da eine nur Englisch und die andere nur Japanisch sprechen konnte. Und die englischsprechende meinte, dass sie koreanische Stereotype komplett erfüllt, da sie eine Gamerin sei ;-).

Das Innere des südlichen Teils von Gion, in
dem die Geisha ausgebildet werden.
Nach ca. 1 Stunde verabschiedeten wir uns voneinander und ich machte mich auf die Suche nach etwas zu Essen. Zu der Zeit ging schon die Sonne unter, was von dem Hügel aus ein schöner Anblick war. Mein erstes normales Abendessen in Kyoto waren Ramen-Nudeln in einem ziemlich kleinen Restaurant, in dem wohl niemand älter als 25 war :-D. Die Bestellung war dank vieler Optionen etwas kompliziert, aber es hat sehr gut geschmeckt und die Musik war auch gut. Das war irgend ein J-Rock, auf Nachfrage hat die Bedienung nachgeschaut und mir gesagt, dass das die Band "Uverworld" sei.

Ein Baum, den es beim Sturm
schwer erwischt hat.


Der Weg zu dem abgesperrten Schrein, nach
links geht es zu dem Garten.

Ein kleiner Schrein vor der Absperrung des Hauptgebäudes.

Der Rückweg zum Hostel war sehr ruhig und angenehm, das Nachtleben findet in Kyoto eher in den Bars statt. Es war wirklich ein starker Kontrast zu der konstanten Geschäftigkeit in Tokio.






























Der Schrein, an den der Garten angrenzt, hier war dank der späteren Stunde nicht mehr so
viel los.
Ein anderer Blickwinkel auf das Glockengebäude des Schreins.
Der Teich am Anfang des Gartens mit ein paar amerikanischen Touristen, die sich dort
ausruhten.

Ein anderer Schrein auf der anderen Seite des Gartens, der aber geschlossen war.
Der Blick auf das Zentrum von Kyoto vom Hügel, auf dem der Garten liegt.

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