Sonntag, 14. Oktober 2018

Urlaub Kyoto I: Der Taifun

Einige Scherben, die bei Grabungen in Kyoto
gefunden wurden.
Am Ende des letzten Beitrags bin ich ja frühmorgens in Kyoto angekommen. Der nächste Schritt war es, zu meinem Hostel in der Nähe des imperialen Gartens zu kommen, damit ich dort mein Gepäck abstellen kann.

An der ersten Bushaltestelle angekommen ging auch langsam die Sonne auf und die Tierwelt erwachte. Habe ich insbesondere an dem riesigen Mückenschwarm gemerkt, der mich auffressen wollte ^_^''. Zum Glück konnte ich halbwegs schnell fliehen, aber eine Haltestelle ohne nahes Gewässer zu finden war relativ schwierig. Denn Kyoto ist durchzogen von kleineren und größeren Kanälen, sowie Teichen.

Tonwaren verschiedenster Art wurden auch
gefunden, diese sind mit die frühesten, die
gut erhalten sind.
Aber letztendlich fand ich das Hostel und ging zur Rezeption. Dort wurde ich von einem älteren Japaner empfangen, der mich irgendwie schief angeschaut hat. Aber meinen Koffer konnte ich da lassen, einchecken durfte ich so früh noch nicht.

Das nächste Ziel war Frühstück, dass in dem Viertel nicht so einfach aufzutreiben war. Aber schließlich war die nächste Option ein Starbucks, da das andere nahe Café an diesem Tag nicht geöffnet war. Der Kaffee dort hat auch geholfen.

Früher gab es in Japan auch Elefanten, wie den
"Naumannelefanten", von dem in der Gegend
Stoßzähne und normale Zähne gefunden
wurden.
Da zu diesem Zeitpunkt immer noch kein Ort geöffnet war und ich trotz des Kaffees hundemüde war, wusste ich nicht so ganz, was ich machen sollte. Nach einigem Nachdenken bin ich in den großen Park gegangen und habe mich dort auf eine Bank gesetzt um mich auszuruhen. Aus dem Sitzen wurde recht zügig ein Liegen und dann ein Nickerchen. Ich war aber auch nicht der Einzige, der das dort gemacht hat ;-).

Nach dem Erwachen hatte das Kyoto-Museum geöffnet, sodass ich mich auf dem Weg dahin machte. Dort gibt es viele Artefakte aus verschiedenen Zeiten, die in Kyoto gefunden wurden. Die beeindruckensten Ausstellungstücke waren ein paar bestickte Stoffe, die in Zeremonien in der Stadt verwendet wurden.

Der schönste der Stoffe, die
dort ausgestellt werden.
Viel war in dem Museum nicht los, aber ein paar andere Gäste waren schon da. Gegen Nachmittag war ich fertig und ging zurück ins Foyer. Gefunden habe ich ein ungewohntes Bild: ein Haufen an Menschen, die anderen Gäste, die sich in dem Raum vor dem inzwischen wütenden Taifun versteckten. Die Winde waren so stark, dass der Regen mehr horizontal als vertikal fiel. In diesen Zuständen wäre es viel zu gefährlich gewesen, zum Hostel zu gehen, da auf dem Weg auch einige Bäume standen.

Ich musste letztendlich zusammen mit dem Rest ungefähr zwei Stunden dort ausharren, bis es sich ein wenig beruhigt hatte (also nur noch ungefähr 30° zwischen Boden und Regen) und ich mich in den Sturm schlug. Die Böen waren zwar immer noch heftig, aber ich konnte mich größtenteils im Windschatten von Gebäuden bewegen, sodass ich sicher und komplett durchnässt im Hostel ankam. Die Rezeption hatte zu dem Zeitpunkt gewechselt und war deutlich freundlicher, ich habe sofort ein Handtuch zum Abtrocknen bekommen :-D.
Töpferware, in denen verschiedene Öle und
Ähnliches aufbewahrt wurde.

Das Zimmer war diesmal gemischtgeschlechtlich und die erste Mitbewohnerin, die ich traf, kam natürlich aus Deutschland ;-). Nachdem ich mich ein wenig abgetrocknet und zurechtgemacht hatte, ging ich in den Aufenthaltsraum, in dem eine kleine "Taifunparty" stattfand. In diesem Hostel waren fast nur europäische Touristen und ich habe mich dort mit vielen Leuten unterhalten.

Verschiedene tierische Überreste, die in der Region gefunden wurden.

Tonarbeiten waren auch in Japan öfter mal kunstvoll und nicht immer praktisch veranlagt.
Mehr Naturdarstellungen ;-).
Eine Darstellung der adligen (oder gar kaiserlichen?) Gemächer und der Aufgaben der
Bediensteten.

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